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Neuer Höchststand: Mehr als 900.000 Kleine Waffenscheine registriert

gmsjs90 (CC0), Pixabay

In Deutschland steigt die Zahl der Menschen mit einem sogenannten Kleinen Waffenschein weiter an. Wie die Rheinische Post unter Berufung auf das Bundesverwaltungsamt berichtet, waren Ende des vergangenen Jahres im Nationalen Waffenregister rund 906.000 Kleine Waffenscheine gespeichert. Damit wurde ein neuer Höchstwert erreicht.

Zum Vergleich: Vor fünf Jahren lag die Zahl noch bei etwa 740.000. Der Anstieg beträgt damit mehr als 160.000 zusätzliche Erlaubnisse innerhalb eines halben Jahrzehnts.

Was erlaubt der Kleine Waffenschein?

Der Kleine Waffenschein berechtigt dazu, Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen mit sich zu führen – allerdings nur verdeckt in der Öffentlichkeit. Der Erwerb dieser Waffen ist für Volljährige grundsätzlich auch ohne Waffenschein möglich. Das Führen außerhalb der eigenen Wohnung, Geschäftsräume oder des befriedeten Besitztums ist jedoch nur mit dem Kleinen Waffenschein erlaubt.

Nicht gestattet ist das Führen bei öffentlichen Veranstaltungen oder Demonstrationen. Zudem ersetzt der Kleine Waffenschein keine Waffenbesitzkarte und berechtigt nicht zum Tragen scharfer Schusswaffen.

Gründe für den Anstieg

Experten sehen mehrere mögliche Ursachen für die steigenden Zahlen. Neben einem subjektiv gestiegenen Sicherheitsbedürfnis in Teilen der Bevölkerung könnten auch gesellschaftliche Debatten über innere Sicherheit oder einzelne Gewalttaten zu einer erhöhten Nachfrage beigetragen haben.

Für die Erteilung eines Kleinen Waffenscheins müssen Antragstellerinnen und Antragsteller unter anderem ihre Zuverlässigkeit und persönliche Eignung nachweisen. Eine spezielle Sachkundeprüfung oder ein Bedürfnisnachweis – wie bei scharfen Waffen – ist jedoch nicht erforderlich.

Debatte um Sicherheit und Regulierung

Die wachsende Zahl registrierter Erlaubnisse sorgt regelmäßig für politische Diskussionen. Befürworter argumentieren, der Kleine Waffenschein ermögliche Bürgerinnen und Bürgern ein Stück Selbstschutz. Kritiker hingegen warnen vor einer möglichen Eskalationsgefahr in Konfliktsituationen und fordern strengere Voraussetzungen oder Kontrollen.

Mit mehr als 900.000 registrierten Erlaubnissen zeigt sich jedenfalls ein deutlicher Trend: Immer mehr Menschen in Deutschland möchten rechtlich abgesichert Schreckschuss- oder Reizstoffwaffen bei sich tragen dürfen.

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