Der Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg soll ab Anfang März nachts geschlossen werden. Neue Zäune, Tore und Drehkreuze sind nahezu fertiggestellt. Ziel des Senats: Das seit Jahren bekannte Drogenproblem eindämmen und die Sicherheit im Umfeld erhöhen.
Hintergrund: Drogenhandel und politische Symbolkraft
Der Park gilt seit Langem als Hotspot für offenen Drogenhandel – von Cannabis über Kokain bis Crack. Anwohner klagen über aggressive Süchtige, Vermüllung und Unsicherheit, besonders in den Abendstunden. Polizeirazzien und sozialpolitische Projekte brachten bislang keine dauerhafte Entspannung.
Die Idee einer nächtlichen Schließung geht auf das Jahr 2023 zurück. Nach einem schweren Gewaltverbrechen hatte die damalige Polizeipräsidentin eine Einzäunung ins Gespräch gebracht. Der Senat griff den Vorschlag auf.
Kosten und Umsetzung
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Baukosten für Zaun, 16 Tore und acht Drehkreuze: rund 1,8 Millionen Euro
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Jährliche Kosten für privaten Wachdienst: etwa 800.000 Euro
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Start der nächtlichen Schließung: Anfang März (genauer Termin wird nicht genannt)
Eine begleitende wissenschaftliche Untersuchung soll klären, ob sich Drogenhandel und Begleitkriminalität tatsächlich verringern – oder lediglich verlagern.
Widerstand im Kiez
Kritiker befürchten, dass Dealer und Konsumenten einfach in umliegende Straßen ausweichen. Initiativen wie „Görli zaunfrei“ kündigen Proteste an. In sozialen Netzwerken kursieren bereits Aufrufe, die Stabilität der neuen Anlagen „zu überprüfen“.
Für viele ist der Streit mehr als eine Sicherheitsfrage. Der Park steht symbolisch für unterschiedliche politische Konzepte: Repression und Kontrolle auf der einen, Prävention und Sozialarbeit auf der anderen Seite.
Offene Fragen
Ob der Zaun tatsächlich für mehr Sicherheit sorgt oder neue Konflikte schafft, wird sich erst nach den ersten Wochen zeigen. Klar ist: Mit der Verriegelung beginnt ein neuer Abschnitt in einer Debatte, die Berlin seit Jahren beschäftigt.