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HMT Euro Aktien Protect 95: Solide EuroStoxx-50-Partizipation mit „95%-Schutz“-Ziel – aber klaren Grenzen
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HMT Euro Aktien Protect 95: Solide EuroStoxx-50-Partizipation mit „95%-Schutz“-Ziel – aber klaren Grenzen

geralt (CC0), Pixabay

1) Produktlogik aus Anlegersicht (was Sie hier wirklich kaufen)

Der Fonds HMT Euro Aktien Protect 95 investiert im Kern in Aktien aus dem EuroStoxx-50-Universum und koppelt das Aktienportfolio mit einer Optionsstrategie:

Ziel: möglichst hohe Partizipation am EuroStoxx-50, gleichzeitig soll die negative Wertentwicklung auf Kalenderjahresbasis idealerweise nicht unter -5% fallen (Werterhalt „95% zum Jahresende“).

Mechanik: Prämien aus verkauften Calls (Stillhalterstrategie) werden genutzt, um Puts zu finanzieren (Absicherung). Zusätzlich tauchen Futures zur Steuerung/Absicherung auf.

Wichtiger Disclaimer im Bericht: Verlustvermeidung/Kapitalerhalt/Wertuntergrenze sind nicht garantiert; bei Kauf innerhalb eines Jahres kann ein erhöhtes Risiko bestehen (weil die „Kalenderjahres-Logik“ nicht sauber auf Ihren individuellen Einstiegszeitpunkt passt).

Einordnung: Das ist kein klassischer „Garantiefonds“, sondern ein risikogesteuerter Aktienfonds mit derivativer Schutzabsicht. Der Preis für den Schutz ist typischerweise eine begrenzte Upside (durch verkaufte Calls) und Strategierisiko (Timing, Volatilität, Gap-Risiken).

2) Ergebnis & Entwicklung (01.11.2024–31.10.2025)

Wertentwicklung: +5,53% (BVI-Methode, ohne Ausgabeaufschlag).

Anteilwert zum 31.10.2025: 107,87 EUR.

Fondsvermögen: 21,585 Mio. EUR (von 20,903 Mio. EUR zu Beginn).

Interpretation: In einem positiven Aktienumfeld hat der Fonds ordentlich mitverdient, ohne dass die „Protect“-Komponente die Rendite komplett „abgewürgt“ hätte. Gleichzeitig ist +5,53% ein Ergebnis, das typischerweise unter einer ungesicherten Vollinvestition in den EuroStoxx-50 liegen kann (je nach Marktphase), aber dafür mit dem Anspruch auf Risikobegrenzung.

3) Portfolioaufbau: hohe Aktienquote, Derivate als Steuerungsinstrument

Zum 31.10.2025:

Aktien: 96,06%

Derivate gesamt: -5,98% (Netto-Marktwert; negative Werte u.a. aus verkauften Calls/Futures)

Bankguthaben: 2,87%

Sonstige Vermögensgegenstände: 7,25% (auffällig: Initial/Variation Margin als Sicherheiten für Derivate)

Gegenüber dem Vorjahr wurde der Aktienanteil deutlich erhöht (ca. +10,3%-Punkte), Bankguthaben reduziert. Das spricht für eine höhere Marktnähe und damit mehr Beteiligung am Aktienmarkt – aber auch mehr Bedarf, dass die Derivate-Absicherung in Stressphasen funktioniert.

4) Derivatstrategie konkret: Cap nach oben, Schutz nach unten – aber nicht „hart“

In der Derivateaufstellung sieht man im Wesentlichen:

Verkaufte EuroStoxx-50 Calls (mehrere Strikes, Laufzeit 19.12.2025) → generieren Prämien, begrenzen aber die Upside oberhalb der Strikes.

Gekaufte Put-Optionen (z.B. Strike 4700) → liefern Downside-Puffer, sind aber in Krisen nicht immer „perfekt“ (Timing, Gap-Risiken, Volatilitätsstruktur, Rollkosten).

Short Future EuroStoxx-50 (Anzahl -123) → kann temporär Risiko dämpfen oder Exposure steuern.

Anlegerrelevanter Punkt: Der „95%-Schutz“ ist kalenderjahrbezogen und modell-/marktabhängig. Bei schnellen, großen Einbrüchen oder ungünstigen Zeitpunkten (Einstieg mitten im Jahr, starke Volatilitätssprünge) kann der Schutz deutlich weniger leisten als erwartet.

5) Ergebnisqualität: Woher kommt die Rendite – und wo lagen die „Schmerzen“?

Die GuV zeigt ein wichtiges Muster:

Ordentlicher Nettoertrag: +2,00 EUR je Anteil (Dividenden + Zinsen aus Liquidität minus Kosten).

Realisierte Veräußerungsergebnisse: deutlich negativ (real. Gewinne 5,51 je Anteil vs. real. Verluste -12,89 je Anteil → -7,38 je Anteil).

Nicht realisiertes Ergebnis: stark positiv (+11,04 je Anteil).

Im Bericht wird als wesentliche Quelle des negativen Veräußerungsergebnisses genannt: realisierte Verluste aus verkauften Futures.

Interpretation aus Investorensicht:

Die Performance des Jahres wurde stark durch nicht realisierte (also noch nicht „eingetütete“) Gewinne getragen – das kann sich in einem folgenden Marktabschwung schneller drehen.

Realisierte Derivateverluste (Futures) können Ausdruck von Hedging-Kosten oder Timing-/Steuerungsfehlern sein. Für Sie heißt das: Die Strategie „kostet“ in manchen Phasen sichtbar Rendite, selbst wenn der Gesamtjahresertrag positiv bleibt.

6) Ausschüttung: attraktiv, aber teilweise „aus Substanzlogik“

Ausschüttung gesamt: 3,20 EUR je Anteil.

In der Ausschüttungsrechnung fällt auf: Es gibt eine „Zuführung aus dem Sondervermögen“ (11,62 EUR je Anteil) bei gleichzeitig negativ realisiertem Ergebnis. Das ist laut Bericht methodisch mit der Annahme einer maximalen Ausschüttung erklärt.

Wichtig für Anleger: Eine Ausschüttung ist nicht automatisch „Ertrag aus laufenden Gewinnen“. Sie kann – je nach Konstruktion/Steuerlogik – auch aus dem Fondsvermögen bzw. aus Vorträgen gespeist werden. Für Einkommensinvestoren ist das zwar cashflow-freundlich, aber man sollte verstehen, wie nachhaltig diese Ausschüttung in unterschiedlichen Marktphasen ist.

7) Kosten & Effizienz

Gesamtkostenquote (TER, ohne Transaktionskosten): 0,93% – für einen optionsbasierten Risikofonds durchaus im Rahmen.

Transaktionskosten: 12.385,56 EUR – relativ gering im Verhältnis zum Fondsvolumen (aber Transaktionskosten sind oft nur ein Teil der „Handelsfriktion“, Optionsspreads/implizite Kosten stecken zusätzlich im Pricing).

8) Risiko- und Steuerungskennzahlen (VaR / Leverage)

Durchschnittlicher potenzieller Risikobetrag (VaR): 0,50%, max. 0,96% (historische Simulation, 99%, 1 Tag).

Durchschnittliche Hebelwirkung: 1,72.

Einordnung: Die Kennzahlen deuten auf kontrollierte Risikonutzung hin, aber: VaR ist rückblickend/historisch und kann Extremereignisse unterschätzen. Die Hebelwirkung von 1,72 ist für Derivateeinsatz nicht ungewöhnlich, bedeutet aber, dass Marktbewegungen überproportional wirken können – je nach Positionierung.

9) Für wen passt der Fonds – und wann eher nicht?

Passt tendenziell für Anleger, die:

Euro-Blue-Chips wollen, aber mit eingebautem Risikopuffer,

akzeptieren, dass die Rendite nach oben begrenzt sein kann,

das Produkt ganzjährig halten (Kalenderjahr-Logik) und nicht als kurzfristigen Trade nutzen.

Eher kritisch für Anleger, die:

„Kapitalschutz“ als Garantie verstehen,

maximale Aktienrendite in starken Bullenmärkten suchen,

unterjährig einsteigen/aussteigen und dabei „95% Schutz“ erwarten,

Derivate-/Strategiekomplexität vermeiden möchten.

10) Fazit in einem Satz

Der Fonds liefert eine plausible Kombination aus EuroStoxx-50-Exposure und Options-Risikomanagement (im Jahr +5,53% bei hoher Aktienquote), bleibt aber ein nicht-garantierter Schutzansatz mit derivatebedingten Renditebegrenzung und der wichtigen Einschränkung, dass der „95%-Mechanismus“ kalenderjahr- und zeitpunktabhängig ist.

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