Die Nase läuft, die Augen jucken – für viele Menschen in Bayern ist es das untrügliche Zeichen: Die Pollensaison hat begonnen. Nach Angaben der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID) sind derzeit vor allem Hasel und Erle aktiv. In Teilen Süd- und Südwestdeutschlands, darunter auch Regionen Bayerns, werden bereits deutlich messbare Konzentrationen registriert.
Hasel und Erle legen vor
Besonders betroffen sind derzeit Regionen wie Allgäu, Franken, Oberbayern und der Bayerische Wald. Auch Auswertungen auf Basis von Daten des Deutscher Wetterdienst (DWD) bestätigen: Die Frühblüher sind vielerorts in die Saison gestartet.
Mit der nun einsetzenden milden Wetterlage verschärft sich die Situation. Temperaturen zwischen 15 und knapp 20 Grad sowie viel Sonne schaffen ideale Bedingungen für den Pollenflug. Trockene, milde Luft fördert die Freisetzung der Pollen – besonders bei Hasel und Erle.
Birke steht in den Startlöchern
Gleichzeitig bereitet das Tauwetter weiteren Arten den Weg. Schmelzender Schnee und sich erwärmende Böden begünstigen auch Esche und vor allem Birke – für viele Allergiker einer der stärksten Auslöser von Beschwerden.
Nach Einschätzung des PID beginnen einige Pollensaisons inzwischen generell früher als noch vor wenigen Jahrzehnten. Zudem verlängert sich bei manchen Arten die Flugdauer. Fachleute führen das unter anderem auf klimatische Veränderungen zurück.
Was spricht für eine starke Saison?
Eine endgültige Prognose für 2026 ist laut Experten noch nicht möglich. Dennoch gibt es Anzeichen, die auf eine intensivere Saison hindeuten könnten.
Der abrupte Übergang von einer längeren Kältephase zu sehr milden Temperaturen kann dazu führen, dass Blühphasen stärker überlappen. Statt nacheinander zu fliegen, können Hasel, Erle und später Birke zeitweise gleichzeitig hohe Konzentrationen erreichen. Für Allergiker bedeutet das: geballte Belastung in kürzerer Zeit.
Auch der längerfristige Trend durch den Klimawandel spielt eine Rolle. Bei weit verbreiteten Allergenen wie Esche, Birke, Gräsern und Beifuß wird ein immer früherer Saisonstart beobachtet – teilweise bei gleichbleibend langer oder sogar verlängerter Dauer.
Was spricht gegen ein Rekordjahr?
Auf der anderen Seite haben die kalten Wochen und die Schneedecke der vergangenen Zeit den Start vieler Pflanzen verzögert. Zudem bleibt das Wetter laut Prognosen wechselhaft. Regelmäßiger Regen kann Pollen aus der Luft waschen und sorgt für spürbare Entlastung.
Ob 2026 tatsächlich zu einem besonders belastenden Jahr wird, hängt daher vom weiteren Witterungsverlauf ab – nicht allein von den ersten milden Frühlingstagen.
Was Allergikern jetzt hilft
Experten raten Betroffenen, frühzeitig aktiv zu werden. Der Polleninformationsdienst bietet unter anderem ein Online-Pollentagebuch sowie eine App an. Auch der Deutsche Wetterdienst veröffentlicht regelmäßig Pollenflug-Prognosen und Gefahrenindizes.
Hilfreiche Maßnahmen sind unter anderem:
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Medikamente rechtzeitig und nicht erst bei starken Beschwerden einnehmen
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Lüften zu pollenärmeren Tageszeiten (morgens in der Stadt, abends auf dem Land)
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Kleidung nach Aufenthalten im Freien wechseln
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Haare vor dem Schlafengehen waschen
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Pollenfilter im Auto regelmäßig erneuern
Fest steht: Die Pollensaison 2026 ist gestartet – und der bevorstehende Frühlingsschub wird die Belastung weiter erhöhen. Für Allergiker bedeutet das erhöhte Aufmerksamkeit, aber auch gute Planbarkeit: Wer informiert ist und rechtzeitig reagiert, kann die Symptome deutlich lindern – und die ersten warmen Tage trotzdem genießen.