Am Flughafen von Guadalajara spielten sich dramatische Szenen ab: Reisende rannten durch Terminals, suchten Schutz hinter Schaltern, klammerten sich an ihr Gepäck. In sozialen Netzwerken kursieren Videos, die panische Menschen zeigen sollen. Eine unabhängige Bestätigung der Aufnahmen steht bislang aus .
Die Unruhe fällt in eine Phase massiver Gewalt im Westen Mexikos. Auslöser ist der Tod von Nemesio Oseguera Cervantes, bekannt als „El Mencho“, Anführer des Jalisco-Kartells CJNG. Nach einer Militäraktion wurde er tödlich verletzt – seither kommt es in mehreren Bundesstaaten zu schweren Ausschreitungen.
Brennende Barrikaden und gestrichene Flüge
Berichte sprechen von brennenden Bussen und Lastwagen, blockierten Straßen und Angriffen auf Geschäfte. Auch aus dem Badeort Puerto Vallarta wurden Rauchwolken gemeldet. Am Flughafen von Guadalajara fielen zahlreiche Flüge aus, mehrere Airlines setzten Verbindungen vorübergehend aus .
Das United States Department of State rief US-Bürger dazu auf, Schutz zu suchen und in ihren Unterkünften zu bleiben. Auch das Auswärtiges Amt veröffentlichte Sicherheitshinweise für mehrere betroffene Regionen.
Behörden beschwichtigen – Lage bleibt angespannt
Die Betreibergesellschaft des Flughafens erklärte, es habe keine direkten Zwischenfälle im Terminal gegeben; die Szenen seien auf Panik zurückzuführen . Gleichzeitig wurde die Nationalgarde entsandt, um die Sicherheitslage zu stabilisieren.
Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum appellierte an die Bevölkerung, Ruhe zu bewahren. Der Gouverneur von Jalisco forderte Bürgerinnen und Bürger auf, zu Hause zu bleiben.
Hintergrund: Machtkampf nach Kartellchef-Tod
Das CJNG gilt als eine der mächtigsten und gewaltbereitesten Drogenorganisationen des Landes. Für Hinweise auf „El Mencho“ hatten die USA zuletzt 15 Millionen Dollar ausgesetzt . Beobachter werten die jüngsten Ausschreitungen als mögliche Vergeltungsaktionen innerhalb krimineller Strukturen.
Ob und wie schnell sich die Lage beruhigt, ist derzeit offen. Für Reisende in der Region gilt erhöhte Vorsicht – und für Mexiko steht erneut die Frage im Raum, wie stabil die Sicherheitslage in wichtigen Wirtschafts- und Tourismuszentren tatsächlich ist.