Nach der Rede von Donald Trump zur Lage der Nation haben die oppositionellen Demokraten scharfe Kritik geübt. In der traditionellen Gegenrede warf die demokratische Gouverneurin Abigail Spanberger dem Präsidenten vor, die realen Probleme vieler Amerikaner zu ignorieren.
„In seiner Rede hat der Präsident das getan, was er immer tut: Er hat gelogen, Sündenböcke gesucht und abgelenkt“, sagte Spanberger. Trump habe keine „echten Lösungen für die drängenden Probleme unseres Landes“ angeboten – und verschärfe viele davon sogar.
Fokus auf Lebenshaltungskosten
Im Zentrum der Kritik standen die steigenden Lebenshaltungskosten. Spanberger stellte die Frage, ob der Präsident tatsächlich daran arbeite, das Leben für Familien bezahlbarer zu machen – und beantwortete sie mit einem klaren Nein. Besonders Trumps Zollpolitik bezeichnete sie als „rücksichtslos“. Studien zufolge trügen amerikanische Verbraucher einen Großteil der finanziellen Belastung durch die verhängten Zölle.
Darüber hinaus kritisierte die Demokratin das Vorgehen von Einwanderungsbehörden auf den Straßen des Landes sowie eine aus ihrer Sicht „beispiellose Korruption“ innerhalb der Regierung. In diesem Zusammenhang sprach sie unter anderem von einer angeblichen Vertuschung der Epstein-Akten und von zweifelhaften Geschäftsbeziehungen.
Boykott und Proteste in Washington
Parallel zur Rede organisierten Demokraten und Unterstützer in Washington, D.C. mehrere Gegenevents. Rund 30 demokratische Abgeordnete boykottierten die Ansprache im Kongress. Auf Protestschildern waren Parolen wie „No Money for ICE“ und „Healthcare Not Warfare“ zu lesen.
Auch Senator Chris Murphy begründete seinen Boykott damit, dass es sich nicht um „normale Zeiten“ handle und die Opposition entsprechend reagieren müsse.
Druck auf Parteiführung wächst
Die Demokraten, die die letzte Präsidentschaftswahl verloren hatten, nutzen die Gegenrede traditionell, um eigene politische Akzente zu setzen. Doch innerhalb der Partei wächst der Druck auf die Führung im Kongress. Teile der Basis werfen ihr vor, zu wenig entschlossen gegen Trump aufzutreten.
Die politische Auseinandersetzung nach der Rede zeigt: Die Fronten zwischen Weißem Haus und Opposition bleiben verhärtet – und der Ton wird zunehmend schärfer.