Das Tauwetter hat Mecklenburg-Vorpommern fest im Griff. Nach Schnee und Eis sorgt nun das Schmelzwasser für überflutete Straßen, hunderte Feuerwehreinsätze und massive Verkehrsbehinderungen .
Millionen Liter Wasser in Bentwisch
Besonders dramatisch war die Lage in Bentwisch im Landkreis Rostock. Dort staute sich Wasser unter einem Bahndamm – teilweise bis zu drei Meter hoch. Ursache war ein verstopfter Abfluss, durch den das Schmelzwasser nicht abfließen konnte. In unmittelbarer Nähe befinden sich ein Umspannwerk, Wohnhäuser und eine Tischlerei.
Feuerwehr und Technisches Hilfswerk (THW) waren seit Sonntagabend im Dauereinsatz. Schätzungsweise fünf Millionen Liter Wasser mussten abgepumpt werden. Erst ein Bagger, der den Kanal unter dem Bahndamm vergrößerte, brachte schließlich Entlastung. Die Straße ist inzwischen wieder frei .
Bundesstraßen weiter gesperrt
Auch andernorts bleibt die Lage angespannt. Zwar sind die B197 und B104 bei Remplin wieder befahrbar, doch die B197 zwischen Neubrandenburg und Anklam ist weiterhin in beide Richtungen gesperrt. Zudem sind vereinzelt Kreis- und Landstraßen unpassierbar .
Gefrorene Böden verhindern, dass Regen- und Schmelzwasser versickern. Das Wasser sammelt sich auf Straßen und Feldern – mit der Folge von Aquaplaning-Gefahr und Verkehrsbehinderungen.
Busausfälle und Einschränkungen im Schülerverkehr
Die Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen (VVR) rechnet mit Verspätungen, Umleitungen und einzelnen Ausfällen im Busverkehr. Besonders betroffen sind Teile der Insel Rügen sowie die Regionen um Bad Sülze, Tribsees und Stralsund. Auch im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte kam es zu Ausfällen im Schülerverkehr .
Eltern jüngerer Kinder werden gebeten, sie morgens zur Haltestelle zu begleiten. Fahrgäste sollten mehr Zeit einplanen und aktuelle Verkehrsmeldungen beachten.
Gefahr an der Küste
Zusätzlich warnt die Rettungsleitstelle vor möglichen Abbrüchen an der Kreideküste auf Rügen. Durch Tauwetter und Regen könnten gefrorene Kreideschichten instabil werden. Besucher sollen Kliffkanten meiden und nicht entlang der Steilküste wandern .
Hunderte Einsätze landesweit
Seit dem Wochenende verzeichneten die Einsatzkräfte mehr als 300 witterungsbedingte Einsätze im ganzen Land. Besonders stark betroffen sind der Landkreis Rostock sowie Vorpommern-Greifswald. Verletzte oder Evakuierungen gab es bislang nicht, zur Schadenshöhe liegen noch keine Angaben vor .
Die Behörden rechnen bei anhaltendem Tauwetter und weiterem Regen mit zusätzlichen Überflutungen in den kommenden Tagen.