In der historischen Altstadt von Lwiw im Westen der Ukraine sind am Samstag zwei Sprengsätze detoniert. Eine 23-jährige Polizistin kam dabei ums Leben, 24 weitere Menschen wurden verletzt. Die Stadt steht unter Schock.
Nach Angaben der örtlichen Behörden ereigneten sich die Explosionen in kurzer zeitlicher Abfolge in einem belebten Bereich der Innenstadt. Rettungskräfte rückten umgehend aus, sperrten das Gebiet weiträumig ab und versorgten die Verletzten. Mehrere von ihnen mussten in umliegende Krankenhäuser gebracht werden.
Bürgermeister spricht von Terrorakt
Der Bürgermeister von Lwiw bezeichnete die Tat als Terrorakt. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich um gezielt platzierte Sprengsätze handelte. Ob sie ferngezündet oder mit Zeitzündern versehen waren, ist bislang unklar.
Sicherheitskräfte durchkämmen die Umgebung nach weiteren möglichen Sprengvorrichtungen. Spezialisten für Kampfmittelräumung sind im Einsatz. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, verdächtige Gegenstände umgehend zu melden und abgesperrte Bereiche zu meiden.
Identität der Täter unklar
Wer hinter dem Anschlag steckt, ist derzeit nicht bekannt. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Auch ein politischer Hintergrund wird geprüft. Lwiw gilt als kulturelles Zentrum der Westukraine und war in der Vergangenheit vergleichsweise weniger stark von direkten Angriffen betroffen als andere Regionen des Landes.
Die getötete Polizistin war nach Behördenangaben im Einsatz, als es zu den Explosionen kam. Kollegen und Vorgesetzte würdigten sie als engagierte Beamtin.
Lage bleibt angespannt
Nach den Explosionen wurden Sicherheitsmaßnahmen in der Stadt verschärft. Öffentliche Plätze werden verstärkt kontrolliert, Polizeipräsenz ist sichtbar erhöht. Die Behörden rufen zur Besonnenheit auf, betonen jedoch, dass die Gefahr weiterer Vorfälle nicht ausgeschlossen werden könne.
Während die Ermittlungen andauern, trauert Lwiw um eine junge Einsatzkraft – und ringt zugleich mit der Frage, wer hinter der Gewalttat steckt.