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Dauerbaustelle und Warnstreik: A7 in Hamburg sorgt für Stau-Chaos bis Dienstag

succo (CC0), Pixabay

Autofahrerinnen und Autofahrer im Raum Hamburg brauchen derzeit starke Nerven. Die Autobahn 7 ist seit Freitagabend in beiden Richtungen voll gesperrt – und kaum ist die Baustelle aufgehoben, folgt der nächste Engpass durch einen Warnstreik.

Vollsperrung wegen Bauarbeiten

Die A7 ist in Richtung Flensburg zwischen Hamburg-Heimfeld und Volkspark sowie in Richtung Hannover zwischen Hamburg-Stellingen und Heimfeld bis Montag, 5 Uhr, vollständig gesperrt. Grund sind umfangreiche Bauarbeiten: Drei neue Verkehrszeichenbrücken werden mithilfe von Großkränen eingehoben und montiert. Parallel schreiten die Arbeiten am Lärmschutztunnel Altona voran, einem zentralen Projekt beim Ausbau der A7 auf acht Spuren.

Der rund zwei Kilometer lange Tunnel soll bis 2028 fertiggestellt werden und die Lärmbelastung für Anwohner deutlich senken. Für dieses Jahr sind weitere Sperrungen angekündigt.

Umleitungen über A1, A21 und B205

Die Polizei empfiehlt, großräumig auszuweichen oder – wenn möglich – auf die Bahn umzusteigen. Für den Fernverkehr sind Umleitungen über die A1, A21 und B205 ausgeschildert:

  • Aus Süden: ab Buchholzer Dreieck/Horster Dreieck über das Maschener Kreuz auf die A1
  • Aus Norden: ab Anschlussstelle Neumünster-Süd weiter über die B205

Innerstädtisch führen die Umleitungen über die Elbbrücken. Zusätzliche Probleme entstehen, weil auch die häufig genutzte Ausweichroute B75 baustellenbedingt eingeschränkt ist. Im Bereich der Anschlussstelle Hamburg-Marmstorf steht auf der Bremer Straße nur eine Spur pro Richtung zur Verfügung.

Großraum- und Schwerlasttransporte müssen die Region weiträumig umfahren, da eine Durchfahrt nicht möglich ist. Auch Buslinien – darunter 150, 250 und 611 – werden über die Elbbrücken umgeleitet.

Streik verschärft Lage zusätzlich

Bereits am Freitag hatten sich kilometerlange Staus gebildet, weil die Gewerkschaft ver.di Beschäftigte in der Leitzentrale des Elbtunnels zum Warnstreik aufgerufen hatte. Je eine Fahrspur pro Richtung war zeitweise gesperrt – auch in den Lärmschutztunneln Stellingen und Schnelsen.

Der Arbeitskampf wird am Montagmorgen um 6 Uhr fortgesetzt, unmittelbar nach dem Ende der Vollsperrung. Damit drohen erneut Staus – voraussichtlich bis zum frühen Dienstagmorgen.

Ver.di verteidigt den Zeitpunkt. Der zuständige Gewerkschaftssekretär Max Stempel verweist auf die bundesweite Tarifrunde mit der Autobahn GmbH des Bundes. Nach zwei Verhandlungsrunden habe es aus Sicht der Gewerkschaft keine ausreichende Bewegung gegeben. Streiks seien zwar das letzte Mittel, aber notwendig, um Druck aufzubauen.

Die Autobahn GmbH zeigte sich dagegen zuversichtlich, in der dritten Verhandlungsrunde zu einem ausgewogenen Abschluss zu kommen.

Geduld gefragt

Bis Dienstagmorgen bleibt die Verkehrslage angespannt. Wer kann, sollte Fahrten verschieben, auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen oder deutlich mehr Zeit einplanen. Hamburg erlebt einmal mehr, wie empfindlich das Verkehrsnetz auf das Zusammenspiel von Großbaustelle und Arbeitskampf reagiert.

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