Die Windpark Paffendorf GmbH & Co. KG blickt auf ein schwierigeres Geschäftsjahr 2024 zurück. Nach einem positiven Jahresüberschuss im Vorjahr wurde nun ein Jahresfehlbetrag von 46 T€ ausgewiesen. Aus Anlegersicht zeigt sich ein insgesamt weiterhin tragfähiges Geschäftsmodell mit solider technischer Basis, jedoch mit klar erkennbaren Ertragsschwankungen und einer spürbaren Schwächung der Eigenkapitalbasis.
Ertragslage: deutlicher Umsatzrückgang bei konstanten Fixkosten
Die Umsatzerlöse sanken von 1.231 T€ auf 989 T€ – ein Rückgang um rund 20 Prozent. Hauptursache war die niedrigere Stromproduktion (13.436 MWh gegenüber 15.038 MWh im Vorjahr) sowie geringere Marktpreise. Trotz durchschnittlichem Windaufkommen in Nordrhein-Westfalen blieb die Erzeugungsmenge unter Vorjahr und auch unter Plan.
Die Materialaufwendungen reduzierten sich zwar leicht auf 319 T€, doch die Kostenstruktur ist insgesamt stark fix geprägt. Besonders ins Gewicht fallen:
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Abschreibungen: konstant 609 T€
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Zinsaufwand: 143 T€ (leicht rückläufig)
Das Betriebsergebnis (EBIT) war mit –49 T€ deutlich unter Plan (143 T€). Die Gesellschaft reagiert auf den Fehlbetrag, indem dieser vollständig aus den Rücklagen ausgeglichen werden soll. Das ist möglich, reduziert jedoch die finanzielle Pufferfunktion der Rücklagen.
Bilanz und Kapitalstruktur: Eigenkapitalquote deutlich gesunken
Die Bilanzsumme reduzierte sich von 9,15 Mio. € auf 7,38 Mio. €, vor allem durch Tilgungen von Bankdarlehen sowie einen deutlichen Abbau der liquiden Mittel.
Besonders relevant aus Anlegersicht:
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Eigenkapital: Rückgang von 2,52 Mio. € auf 1,42 Mio. €
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Eigenkapitalquote: von 27,6 % auf 19,3 %
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Bankverbindlichkeiten: weiterhin hoch mit 5,79 Mio. €
Die Verschuldung bleibt damit signifikant. Zwar werden Darlehen planmäßig getilgt, dennoch ist die Kapitalstruktur stark fremdfinanziert. Positiv ist, dass die Liquidität mit 1,16 Mio. € weiterhin komfortabel erscheint, auch wenn sie um rund 1,2 Mio. € gesunken ist.
Substanz und Abschreibungsprofil
Die Windenergieanlagen (Typ Vestas V117-3.3 MW) werden linear über 16 Jahre abgeschrieben. Der Buchwert der Sachanlagen liegt noch bei rund 5,93 Mio. €. Da keine Neuinvestitionen oder Umbuchungen erfolgten, nimmt das Anlagevermögen planmäßig ab.
Langfristig wird entscheidend sein, ob nach Ablauf der EEG-Förderung (20 Jahre) Repowering-Potenzial besteht oder neue Fördermechanismen greifen. Die Lagebericht-Perspektive deutet Chancen im Repowering an, konkrete Maßnahmen sind jedoch nicht benannt.
Risiken und besondere Punkte
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Wetterabhängigkeit bleibt das zentrale operative Risiko.
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Der Wartungsvertrag mit Verfügbarkeitsgarantie reduziert technische Risiken, allerdings wird explizit auf die schwache Bonität der Vestas Deutschland GmbH als potenzielles Risiko hingewiesen.
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Langfristige sonstige finanzielle Verpflichtungen (Pacht, Service) belaufen sich auf rund 3,2 Mio. € bis 2038.
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Die Einführung der finanziellen Beteiligung der Kommunen gemäß §6 EEG 2023 stärkt die regionale Akzeptanz, wirkt sich jedoch leicht kostensteigernd aus (Erstattung durch Netzbetreiber vorgesehen).
Positiv hervorzuheben ist, dass keine bestandsgefährdenden Risiken gesehen werden und die Gesellschaft jederzeit zahlungsfähig war.
Prognose: Rückkehr in die Gewinnzone geplant
Für 2025 wird ein Betriebsergebnis von 134 T€ bei 1.093 T€ Umsatz geplant. Diese Planung setzt eine höhere Stromproduktion (14.584 MWh) voraus. Angesichts der wetterbedingten Schwankungen bleibt diese Prognose jedoch mit Unsicherheit behaftet.
Fazit aus Anlegersicht
Die Windpark Paffendorf GmbH & Co. KG verfügt über eine solide technische Basis und ein grundsätzlich stabiles EEG-gestütztes Geschäftsmodell. Die planmäßige Tilgung der Darlehen ist positiv zu bewerten.
Gleichzeitig zeigt das Jahr 2024 die Anfälligkeit für Ertrags- und Produktionsschwankungen. Der deutliche Rückgang der Eigenkapitalquote und der Rücklagenabbau schwächen die Risikotragfähigkeit. Bei anhaltend schwächeren Erträgen würde die Gesellschaft künftig weniger Puffer besitzen.
Für langfristig orientierte Investoren bleibt das Projekt grundsätzlich solide, jedoch mit erhöhtem Fokus auf:
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Wetter- und Produktionsrisiken
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Zins- und Finanzierungsstruktur
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Entwicklung der Strommarktpreise nach Auslaufen der EEG-Förderung
Insgesamt ist die Lage nicht kritisch, aber erkennbar weniger komfortabel als im Vorjahr. Die nächsten Jahre werden entscheidend sein, ob die Gesellschaft wieder nachhaltige Überschüsse erwirtschaften und ihre Eigenkapitalbasis stabilisieren kann.