Dark Mode Light Mode

UniThemen Blockchain: Überdurchschnittliche Rendite bei hoher Sektor- und Währungsabhängigkeit

geralt (CC0), Pixabay

Der Jahresbericht des UniThemen Blockchain zum 30.09.2025 zeigt ein außerordentlich starkes Wachstumsjahr, das jedoch mit klar erkennbaren Konzentrations- und Marktrisiken verbunden ist.

1. Performance und Wertentwicklung

Der Fonds erzielte im Geschäftsjahr 2024/2025 eine Rendite von +60,41 % (BVI-Methode).

Fondsvermögen stieg von 67,3 Mio. EUR auf 224,8 Mio. EUR

Netto-Mittelzuflüsse: 96,9 Mio. EUR

Anteilwert: von 99,56 EUR auf 159,70 EUR

Die starke Performance resultierte insbesondere aus:

realisierten Gewinnen aus US-IT-Aktien

erheblichen nicht realisierten Bewertungsgewinnen (über 50 Mio. EUR)

Das Ergebnis des Geschäftsjahres betrug 67,99 Mio. EUR – ein außergewöhnlich starkes erstes volles Geschäftsjahr nach Auflage (29.02.2024).

Einordnung:
Die Rendite liegt deutlich über klassischen Aktienindizes im gleichen Zeitraum und spiegelt die starke Rallye im Blockchain-, Krypto- und AI-nahen Technologiesektor wider.

2. Portfolio-Struktur: Klare Wachstums- und Themenfokussierung
Aktienquote

86 % Aktienanteil

12–13 % Krypto-Zertifikate (Bitcoin, Ethereum, Solana etc.)

Einsatz von Derivaten (überwiegend Short-Calls)

Regionale Konzentration

77 % Nordamerika

88 % Fremdwährungsanteil

77 % USD-Exposure

Sektorstruktur

62 % IT

37 % Finanzwesen

Interpretation aus Anlegersicht:

Der Fonds ist kein breit diversifizierter Mischfonds, sondern faktisch ein:

hochkonzentrierter Technologie-/Blockchain-Aktienfonds

mit zusätzlichem Krypto-Exposure

starkem US-Dollar-Risiko

Das erhöht sowohl Chancen als auch Volatilität erheblich.

3. Risikoanalyse
Marktrisiko

Value-at-Risk (99 %, 10 Tage):

Durchschnitt: 11,24 %

Obergrenze: 14,10 %

Das ist für einen Publikumsfonds ein relativ hohes Risikoniveau.

Währungsrisiko

88 % Fremdwährungsquote

→ Anleger tragen faktisch zusätzlich ein starkes USD-Risiko.

Derivateeinsatz

Leverage (Bruttomethode): 118,44 %

Short-Call-Strategien auf Mining- und Krypto-Aktien

Derivate dienten teilweise der Prämieneinnahme, verursachten aber auch Verluste.

Konzentrationsrisiko

Mehrere große Positionen im Bereich:

Krypto-Miner

Zahlungsdienstleister

AI-/Chip-Hersteller

Bei einer Sektor-Korrektur kann der Fonds stark unter Druck geraten.

4. Kostenstruktur

Verwaltungsvergütung: 1,55 % p.a.

Gesamtkostenquote (TER): 1,76 %

Keine Performance Fee

Für einen aktiv gemanagten Themenfonds ist die Kostenquote marktüblich, aber nicht günstig.

5. Nachhaltigkeitsaspekte

Keine Taxonomie-konforme Ausrichtung

Nachhaltigkeitsrisiken werden berücksichtigt, sind jedoch kein Bestandteil der Anlagestrategie

→ Für ESG-orientierte Anleger ist der Fonds nur eingeschränkt geeignet.

6. Gesamtbewertung aus Investorensicht
Stärken

✔ Sehr starke Jahresperformance
✔ Klare, konsequent umgesetzte Themenstrategie
✔ Hohe Partizipation an Blockchain-/Krypto-Trends
✔ Steuerliche Teilfreistellung (Aktienfonds-Status)

Schwächen / Risiken

⚠ Hohe Volatilität
⚠ Extreme Sektor- und Regionen-Konzentration
⚠ Starkes USD-Währungsrisiko
⚠ Abhängigkeit vom Krypto-Zyklus
⚠ Bewertungsrisiko nach starkem Kursanstieg

Fazit

Der UniThemen Blockchain ist ein klar positionierter Hochrisiko-Wachstumsfonds, der 2024/2025 massiv vom Blockchain- und Tech-Boom profitierte.

Aus Anlegersicht eignet sich der Fonds:

für renditeorientierte Investoren mit hoher Risikotoleranz

als satellitäre Beimischung in einem breit diversifizierten Portfolio

nicht jedoch als Basisinvestment

Die weitere Entwicklung hängt maßgeblich von:

US-Technologiemärkten

Krypto-Zyklen

Regulierung

USD-Entwicklung

ab.

Langfristig bleibt das Renditepotenzial attraktiv – die Schwankungsintensität dürfte jedoch überdurchschnittlich bleiben.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Zwischen Frost und ersten Sonnenstrahlen: So entwickelt sich das Wetter in der neuen Woche

Next Post

Mission Sixtinische Kapelle: Wie Steve Bannon mit Epstein den Papst „vom Thron“ schieben wollte