Der Fall aus Murcia erschüttert Spanien: Eine 38-jährige Frau ist nach eigenen Angaben fast zwei Jahre lang von ihrem damaligen Partner gefangen gehalten, misshandelt und wiederholt vergewaltigt worden. Erst nach rund 680 Tagen gelang ihr Anfang Februar die Flucht.
Nach bisherigen Ermittlungen soll der Mann die Frau im April 2024 in ein abgelegenes Landhaus am Stadtrand von Murcia gebracht und sie dort gegen ihren Willen festgehalten haben. Das Grundstück liegt in einer ländlichen Gegend mit Obstplantagen und hohen Mauern – abgeschirmt von Nachbarn und Passanten. Die Familie der Frau hatte sie seit ihrem Verschwinden nicht mehr gesehen und öffentlich nach ihr gesucht.
Die Betroffene schilderte der Polizei massive Gewalt. Sie sei regelmäßig geschlagen, gefesselt und bedroht worden. Ihr mutmaßlicher Peiniger habe ihr eingeredet, sie gehöre ihm und müsse gehorchen. Laut Medienberichten erlitt sie schwere körperliche Verletzungen, darunter Stichwunden, verlorene Zähne und bleibende Schäden an einem Auge.
Die Flucht gelang ihr offenbar in einem unbeobachteten Moment. Als der Mann eingeschlafen war, soll sie mithilfe einer Leiter über einen etwa zwei Meter hohen Zaun geklettert sein. Anschließend lief sie mehrere Kilometer über Feldwege, bis sie Hilfe fand und die Polizei eingeschaltet wurde.
Der Tatverdächtige wurde festgenommen. Gegen ihn wird unter anderem wegen Freiheitsberaubung, schwerer Körperverletzung und Vergewaltigung ermittelt. Zudem stehen zwei Nachbarn und ein Verwandter im Verdacht, Beihilfe geleistet zu haben. Die Ermittlungen dauern an.
Die 38-Jährige befindet sich derzeit in einem geschützten Frauenhaus und wird medizinisch sowie psychologisch betreut. Fachkräfte unterstützen sie dabei, das Erlebte zu verarbeiten.