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Filialnetz auf dem Prüfstand: Textildiscounter KiK schließt Dutzende Standorte

boutiquegirlish21 (CC0), Pixabay

Der Textildiscounter KiK richtet sein Filialnetz neu aus und trennt sich von unrentablen Standorten. Nach Brancheninformationen sollen bereits im ersten Quartal 2026 rund 50 Geschäfte in Europa geschlossen werden, etwa die Hälfte davon in Deutschland. Das Unternehmen reagiert damit auf wirtschaftlichen Druck, veränderte Einkaufsgewohnheiten und regionale Umsatzunterschiede.

Erste Hinweise auf konkrete Schließungen sind bereits öffentlich geworden: So wird beispielsweise eine Filiale in Niedersachsen Mitte März aus wirtschaftlichen Gründen schließen, weitere Standorte in Hessen und Bayern sollen in den Wochen danach folgen. Beschäftigten der betroffenen Märkte sollen nach Möglichkeit Arbeitsplätze in umliegenden Filialen angeboten werden, um betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden.

Nach Unternehmensangaben arbeitet der Großteil der mehr als 4200 Filialen weiterhin profitabel, gleichzeitig stehen jedoch zahlreiche Standorte unter intensiver Beobachtung. Branchenkreisen zufolge könnten europaweit bis zu 400 weitere Märkte überprüft werden, während allein in Deutschland rund 170 Filialen aktuell als defizitär oder wirtschaftlich gefährdet gelten. Trotz der geplanten Schließungen hält KiK grundsätzlich an seiner Expansionsstrategie fest und plant parallel auch neue Standorte.

Neben der Reduzierung des Filialnetzes passt der Discounter auch seine Öffnungszeiten an. In vielen Märkten werden die Türen künftig morgens später geöffnet oder abends früher geschlossen, um Personal- und Betriebskosten besser an die tatsächliche Kundenfrequenz anzupassen. Intern ist davon die Rede, dass in manchen Regionen ein Großteil der Filialen von solchen Anpassungen betroffen sein könnte; ähnliche Maßnahmen werden auch in südeuropäischen Märkten geprüft.

Die Neuausrichtung erfolgt in einem wirtschaftlich anspruchsvollen Umfeld. Der Mutterkonzern Tengelmann Group meldete zuletzt nur geringe Umsatzsteigerungen im KiK-Geschäft, was den Druck erhöht, die Kostenstrukturen zu optimieren und die Profitabilität einzelner Standorte kritisch zu überprüfen. Für viele Mitarbeiter und Kommunen bedeutet die angekündigte Umstrukturierung jedoch vor allem eines: wachsende Unsicherheit über die Zukunft einzelner Filialen – und die Hoffnung, dass möglichst viele Arbeitsplätze erhalten bleiben können.

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