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Fernwärme in Brandenburg auf Rekordniveau: Verbände fordern schärfere Kontrolle

wilhei (CC0), Pixabay

Die steigenden Lebenshaltungskosten treffen viele Haushalte seit Ende 2021 spürbar – besonders deutlich im Bereich der Fernwärme. In mehreren Kommunen Brandenburgs zahlen Kundinnen und Kunden derzeit die höchsten Fernwärmepreise bundesweit. Der kalte Winter hat den Wärmebedarf zusätzlich erhöht, sodass viele Haushalte mit weiter steigenden Rechnungen rechnen müssen.

Vor diesem Hintergrund fordern Haus & Grund Brandenburg, der Mieterbund Brandenburg und die Verbraucherzentrale Brandenburg ein entschlossenes Eingreifen der Politik. In einer gemeinsamen Pressemitteilung appellieren sie an SPD und CDU, im Zuge der laufenden Koalitionsverhandlungen wirksame Maßnahmen gegen überhöhte Fernwärmepreise im Koalitionsvertrag zu verankern.

Im Zentrum der Forderungen stehen mehr Transparenz und eine stärkere staatliche Kontrolle. Christian A. Rumpke von der Verbraucherzentrale, Lars Eichert von Haus & Grund sowie Doreen Ruhland vom Mieterbund betonen, dass extrem hohe Preise und Preissteigerungen einen effektiven Verbraucherschutz notwendig machten. Ohne transparente Preisbildung und eine wirksame Aufsicht bestehe die Gefahr überhöhter Gewinnmitnahmen. Deshalb fordern die Verbände eine umfassende Sektoruntersuchung des Fernwärmemarktes sowie eine Stärkung der Landeskartellbehörde.

Ein bundesweiter Gesamtvergleich aller Netze existiert zwar nicht. Doch auf einer freiwilligen Informationsplattform der Anbieter zeigen sich deutliche Unterschiede. Bei Einfamilienhäusern führen die Netze in Schorfheide und Seelow die Negativliste an – mit Preisen von über 35 Cent pro Kilowattstunde. Zum Vergleich: Der günstigste Anbieter in Brandenburg verlangt weniger als elf Cent pro Kilowattstunde. Bei Mehrfamilienhäusern liegen sogar die vier teuersten Netze bundesweit in Brandenburg. In manchen Regionen zahlen Verbraucherinnen und Verbraucher mehr als das Dreifache im Vergleich zu günstigeren Netzen im selben Bundesland.

Die strukturelle Besonderheit des Fernwärmemarktes verschärft das Problem. Kundinnen und Kunden sind an ihr jeweiliges Netz gebunden, ein Anbieterwechsel ist nicht möglich. Damit entsteht faktisch ein lokales Monopol, gegen dessen Preiserhöhungen sich Betroffene nur eingeschränkt wehren können.

Rund 30 Prozent der Haushalte in Brandenburg nutzen bereits Fernwärme. Mit Blick auf die Wärmewende dürfte der Anteil weiter steigen. Genau deshalb sehen die Verbände jetzt die Chance, Brandenburg als Vorreiter für eine faire und transparente Fernwärmepolitik zu positionieren. Klare Regeln, wirksame Kontrolle und soziale Ausgewogenheit seien notwendig, um Akzeptanz für den weiteren Ausbau zu sichern.

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