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Sambias Gericht beschlagnahmt Vermögen von Ex-Präsidentensohn Dalitso Lungu

Ein Gericht in Sambia hat die Einziehung von Vermögenswerten im Wert von mehr als 1,3 Millionen US-Dollar (rund 923.000 Pfund) gegen Dalitso Lungu, den Sohn des verstorbenen Ex-Präsidenten Edgar Lungu, angeordnet. Die Entscheidung der Wirtschafts- und Finanzstrafkammer des High Court betrifft insgesamt 79 Fahrzeuge sowie 23 Grundstücke und Immobilien, darunter ein Einkaufszentrum, eine Tankstelle, luxuriöse Apartments und ein repräsentatives Wohnhaus in der Hauptstadt Lusaka.

Nach Angaben des Gerichts konnte der 39-Jährige keine glaubwürdige und überprüfbare Erklärung dafür liefern, wie er die umfangreichen Besitztümer rechtmäßig erworben habe. Auch sein Unternehmen, Saloid Traders Limited, habe laut den vorgelegten Finanzunterlagen nicht über ausreichende Mittel verfügt, um die Vermögenswerte legal zu erwerben oder zu unterhalten.

Im Rahmen der Prüfung untersuchte das Gericht Lungus beruflichen Werdegang und seine Einkommensverhältnisse. Demnach arbeitete er 2012 kurzzeitig bei einem Getränkeunternehmen in Lusaka und war anschließend knapp drei Jahre bei der sambischen Steuerbehörde tätig. Selbst bei Zusammenrechnung seiner damaligen Einkünfte seien diese nicht ausreichend gewesen, um den Besitz der zahlreichen Fahrzeuge und hochwertigen Immobilien zu erklären, so die Richter.

Behauptungen, die Investitionen seien durch kommerzielle Landwirtschaft, geschäftliche Einnahmen oder familiäre Unterstützung finanziert worden, wies das Gericht mangels Belegen zurück. In der Urteilsbegründung heißt es, Dalitso Lungu habe keine stichhaltigen Nachweise dafür erbracht, dass sein Vater oder andere Familienmitglieder die finanziellen Mittel für die Käufe bereitgestellt hätten.

Die Anwälte Lungus kündigten an, gegen das Urteil Berufung einzulegen. Der Fall ist Teil einer breiter angelegten Anti-Korruptionskampagne der Regierung von Präsident Hakainde Hichilema, der Edgar Lungu 2021 mit deutlichem Vorsprung bei den Wahlen besiegte. Kritiker werfen der Regierung jedoch vor, politische Motive zu verfolgen und gezielt gegen die Familie des früheren Staatschefs vorzugehen.

Auch andere Angehörige der Familie Lungu standen in den vergangenen Jahren im Fokus der Justiz. So ordnete ein Gericht 2024 die Einziehung von 15 Wohnungen im Wert von 3,5 Millionen US-Dollar an, die der ehemaligen First Lady Esther Lungu zugeschrieben wurden.

Der politische Konflikt wird zusätzlich durch einen anhaltenden Streit um die Beisetzung des im Juni vergangenen Jahres in Südafrika verstorbenen Edgar Lungu verschärft. Während die Regierung eine Überführung nach Sambia und ein Staatsbegräbnis mit allen Ehren anstrebt, setzt sich die Familie für eine private Beisetzung in Südafrika ein. Der Leichnam des früheren Präsidenten befindet sich weiterhin in einem Bestattungsinstitut in Johannesburg, während juristische Auseinandersetzungen andauern.

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