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Solide Einzeltitelauswahl, aber strukturelle Underperformance im Small-/Mid-Cap-Umfeld

geralt (CC0), Pixabay

Der Jahresbericht des DWS German Small/Mid Cap für den Zeitraum vom 01.10.2024 bis 30.09.2025 zeigt ein insgesamt positives, aber differenziert zu bewertendes Bild. Aus Anlegersicht steht einer absoluten Wertsteigerung eine klare relative Schwäche gegenüber dem Vergleichsindex gegenüber.

Wertentwicklung und Benchmark-Vergleich

Die Anteilklasse LD erzielte im Berichtszeitraum eine Wertentwicklung von +12,7 %, während der kombinierte Vergleichsindex aus 50 % MDAX und 50 % SDAX um +16,2 % zulegte. Damit blieb der Fonds spürbar hinter seiner Benchmark zurück. Diese Underperformance ist insbesondere vor dem Hintergrund relevant, dass der Fonds aktiv gemanagt wird und Anleger hierfür eine höhere Gesamtkostenquote akzeptieren.

Marktumfeld und Einordnung

Das Marktumfeld war geprägt von geopolitischen Risiken (Ukraine-Krieg, USA–China-Handelskonflikt), geldpolitischer Lockerung durch EZB und Fed sowie einer deutlichen Erholung der Aktienmärkte. Davon profitierten vor allem großkapitalisierte Werte, während kleinere und mittlere Unternehmen – und damit das Kernanlageuniversum des Fonds – vergleichsweise zurückblieben. Diese Stilrotation stellt einen strukturellen Gegenwind für die Fondsstrategie dar und erklärt einen wesentlichen Teil der relativen Schwäche.

Portfoliostruktur und Managementleistung

Positiv hervorzuheben ist die hohe Aktienquote von rund 93 %, die die konsequente Ausrichtung auf den Aktienmarkt widerspiegelt. Die Branchenallokation zeigt einen klaren Schwerpunkt auf Industrie, IT und zyklischem Konsum, was grundsätzlich zu einem wachstumsorientierten Profil passt.

Die Titelselektion lieferte gemischte Ergebnisse:

Positiv wirkten unter anderem Übergewichtungen in Bilfinger, Auto1 und Vossloh, die von steigenden Margen, Absatzwachstum und Infrastrukturinvestitionen profitierten.

Negativ schlugen hingegen Untergewichtungen bei Renk Group und Hensoldt zu Buche, die stark von steigenden Verteidigungsausgaben profitierten, sowie die enttäuschende Entwicklung von Redcare Pharmacy.

Dies deutet auf eine grundsätzlich funktionierende Einzeltitelauswahl hin, allerdings mit verpassten Chancen in stark trendgetriebenen Sektoren wie Verteidigung.

Ertragslage, Kosten und Ausschüttung

Das Geschäftsjahr schloss mit einem Gesamtergebnis von rund 25,7 Mio. EUR ab, getragen vor allem durch realisierte und nicht realisierte Kursgewinne. Der ordentliche Nettoertrag fiel dagegen vergleichsweise gering aus, was die hohe Abhängigkeit von Kursentwicklungen unterstreicht.

Die Gesamtkostenquote von 1,40 % p.a. (Klasse LD) ist für einen aktiv gemanagten Small-/Mid-Cap-Fonds marktüblich, schmälert jedoch insbesondere in Phasen relativer Underperformance die Attraktivität. Die Ausschüttung fiel mit 0,07 EUR je Anteil sehr niedrig aus und spielt für einkommensorientierte Anleger praktisch keine Rolle.

Risiko- und Nachhaltigkeitsaspekte

Der Fonds wird gemäß Artikel 8 SFDR geführt, bewirbt also ökologische und soziale Merkmale, ohne eine strikt nachhaltige Anlagestrategie zu verfolgen. Der Anteil nachhaltiger Investitionen lag bei 26,7 %, was aus ESG-Sicht solide, aber nicht ambitioniert ist. Das Risikoprofil blieb moderat, der Einsatz von Derivaten diente primär der Absicherung und führte zu keiner nennenswerten Hebelwirkung.

Fazit aus Anlegersicht

Der DWS German Small/Mid Cap bietet weiterhin einen breit diversifizierten Zugang zu deutschen Neben- und Mittelwerten mit aktiver Titelselektion. Allerdings zeigt der Bericht deutlich, dass der Fonds im betrachteten Zeitraum keinen Mehrwert gegenüber dem Markt erzielen konnte.

Für Anleger mit einem langfristigen Anlagehorizont, die an eine Wiederbelebung der Small- und Mid-Caps glauben, kann der Fonds weiterhin interessant sein. Kurz- bis mittelfristig müssen Investoren jedoch bereit sein, relative Schwächephasen und höhere Kosten in Kauf zu nehmen. Eine kritische Abwägung gegenüber kostengünstigeren, passiven Alternativen drängt sich daher auf.

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