Ein folgenschwerer Buchungsfehler bei einer südkoreanischen Kryptobörse hat kurzzeitig für Turbulenzen am Bitcoin-Markt gesorgt. Bei einer Werbeaktion wurden Nutzern versehentlich enorme Bitcoin-Guthaben gutgeschrieben, die in Wirklichkeit gar nicht existierten.
Fehler bei Bonusaktion
Im Rahmen einer Promotion sollten mehrere Hundert Nutzer jeweils einen kleinen Geldbetrag von umgerechnet rund einem Euro erhalten. Stattdessen kam es offenbar zu einer Verwechslung zwischen Landeswährung und Kryptowährung: Einige Kunden bekamen in ihren Konten plötzlich 2000 Bitcoin statt eines geringen Geldbonus angezeigt.
Insgesamt wurden dadurch rund 620.000 Bitcoin fälschlich verbucht – rechnerisch ein Wert von etwa 37 Milliarden Euro. Da die Beträge nur im internen System der Plattform erschienen, handelte es sich um sogenannte „Phantom-Bitcoin“, die nie auf der Blockchain existierten.
Kursrutsch durch schnelle Verkäufe
Mehrere Nutzer verkauften die irrtümlich gutgeschriebenen Bestände sofort, was auf der Plattform kurzfristig zu einem starken Preisrückgang führte. Der Bitcoin-Kurs fiel dort zeitweise deutlich, bevor der Handel stabilisiert werden konnte. Andere Börsen waren von den Turbulenzen nicht betroffen.
Konten rasch gesperrt
Das Unternehmen bemerkte den Fehler nach eigenen Angaben schnell und sperrte die betroffenen Konten innerhalb von rund 35 Minuten. Der Großteil der fälschlich verbuchten Guthaben konnte wieder zurückgeholt werden. Ein Hackerangriff oder eine Sicherheitslücke habe nicht vorgelegen, betonte die Plattform.
Der direkte finanzielle Schaden wird auf rund eine Milliarde Won (etwa 580.000 Euro) geschätzt. Der Vorfall dürfte jedoch die Debatte über strengere Kontrollen und Regulierung im Kryptomarkt erneut anheizen.