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Mehrwertsteuer runter, Erwartungen hoch: Warum Gäste von der neuen Gastro-Steuer bisher kaum profitieren

TheDesignLady87 (CC0), Pixabay

Seit Anfang des Jahres gilt in Restaurants wieder der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent auf Speisen. Die Maßnahme soll der angeschlagenen Gastronomie Luft verschaffen – und trifft in der Bevölkerung auf breite Zustimmung. Doch während viele Betriebe aufatmen, bleibt der spürbare Effekt für die Gäste bislang überschaubar. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der #NDRfragt-Community.

Breite Zustimmung für Entlastung der Gastronomie

Hohe Lebensmittelpreise, gestiegene Energiekosten und ein höherer Mindestlohn haben die wirtschaftliche Lage vieler Gastronomiebetriebe zuletzt massiv belastet. Vor diesem Hintergrund begrüßen laut der Umfrage 68 Prozent der Teilnehmenden die Rückkehr zum reduzierten Steuersatz ausdrücklich oder eher. Viele sehen darin ein notwendiges Signal, um ein flächendeckendes Restaurantsterben zu verhindern.

„Die Betriebe stehen mit dem Rücken zur Wand“, sagt eine Teilnehmerin der Umfrage. Die Steuersenkung werde zumindest einen Teil der Kostensteigerungen abfedern und den Unternehmern wieder etwas Planungssicherheit geben.

An der nicht repräsentativen, aber gewichteten Online-Umfrage nahmen mehr als 23.000 Menschen teil.

Hoffnung auf Entlastung – aber Skepsis bleibt

Rund 45 Prozent der Befragten erwarten, dass die neue Steuerregelung die wirtschaftliche Lage der Gastronomie tatsächlich verbessert. Deutlich verhaltener fallen jedoch die Erwartungen an weitere positive Effekte aus:
Nur jeder Fünfte rechnet mit sinkenden Preisen oder besseren Löhnen für Beschäftigte. Lediglich elf Prozent glauben, dass durch die Steuerentlastung zusätzliche Arbeitsplätze entstehen könnten.

Ein Drittel der Teilnehmenden zeigt sich grundsätzlich skeptisch und geht davon aus, dass die Maßnahme kaum spürbare Auswirkungen haben wird – weder für Betriebe noch für Gäste oder Beschäftigte.

Erste Effekte in den Betrieben spürbar

Dort, wo Betreiber selbst an der Umfrage teilnahmen, zeichnen sich jedoch erste positive Entwicklungen ab. Einige berichten, geplante Preiserhöhungen vorerst ausgesetzt zu haben, andere von gestiegenen Löhnen oder zumindest größerem finanziellen Spielraum.

„Zum ersten Mal seit langer Zeit haben wir wieder das Gefühl, dass sich Durchhalten lohnen könnte“, schreibt eine Gastronomin. Die Steuerentlastung wirke zwar nicht wie ein Befreiungsschlag, gebe aber dringend benötigte Zeit.

Gäste hoffen auf günstigere Preise

Für viele Verbraucherinnen und Verbraucher bleibt jedoch die zentrale Frage: Kommt die Steuersenkung auch auf der Rechnung an? Immerhin wird die Mehrwertsteuer letztlich von den Gästen gezahlt.

30 Prozent der Befragten sind der Meinung, die Entlastung müsse vollständig an die Kundschaft weitergegeben werden. Weitere 56 Prozent sprechen sich zumindest für eine teilweise Preissenkung aus. Nur eine Minderheit sieht es als gerechtfertigt an, wenn die Steuerersparnis ausschließlich bei den Betrieben verbleibt.

In der Praxis jedoch stehen Gastronomen unter starkem Kostendruck. Steigende Personalkosten, teure Lebensmittel und hohe Energiepreise lassen wenig Spielraum. Viele Betreiber betonen, dass die Steuersenkung vor allem dazu diene, bestehende Kostensteigerungen zu kompensieren – nicht, um Preise deutlich zu senken.

Entlastung ja, Preissignale nein

So entsteht ein Spannungsfeld zwischen gesellschaftlicher Erwartung und betrieblicher Realität. Während die Mehrheit die Maßnahme politisch unterstützt, rechnen nur wenige Gäste kurzfristig mit günstigeren Restaurantbesuchen. Die neue Gastro-Steuer wirkt damit bislang vor allem als Stabilisierungshilfe – weniger als direkte Entlastung für die Kundschaft.

Ob sich das langfristig ändert, hängt davon ab, ob sich Kostenstrukturen entspannen und Betriebe wieder Spielräume für Preissenkungen gewinnen. Bis dahin gilt: Die Mehrwertsteuer ist gesenkt – doch auf der Speisekarte kommt das bislang kaum an.

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