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„Der Hügel ist eingestürzt“ – Mehr als 200 Tote in Coltanmine im Ostkongo

GDJ (CC0), Pixabay

Nach schweren Regenfällen ist es in der ostkongolesischen Provinz Nord-Kivu zu einem verheerenden Erdrutsch in einer Coltanmine gekommen. Mindestens 227 Menschen kamen ums Leben, mehr als 30 wurden verletzt. Unter den Toten sind nach Angaben der Provinzbehörden Bergarbeiter, Markthändlerinnen und Kinder.

Ein Vertreter der Rebellenmiliz M23 schilderte die dramatischen Minuten so: „Der Hügel ist eingestürzt und hat die Menschen getötet.“ Ein weiterer Erdrutsch folgte am nächsten Morgen. Viele wurden verschüttet, andere mit den Schlammmassen fortgerissen. Trotz der Gefahr setzten Dutzende Menschen die Arbeit bereits wieder fort – mit einfachen Schaufeln, ohne Schutzkleidung.

Eine Mine von globaler Bedeutung

Betroffen ist die Coltanmine Rubaya im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Sie liefert Schätzungen zufolge rund 15 Prozent des weltweit geförderten Coltans. Aus dem Erz wird Tantal gewonnen, ein unverzichtbarer Rohstoff für Smartphones, Computer, Elektroauto-Batterien und Gasturbinen.

Armut, Ausbeutung und Gewalt

Obwohl der Ostkongo über enorme Bodenschätze wie Coltan, Gold und Zinn verfügt, lebt ein Großteil der Bevölkerung in extremer Armut. In Rubaya graben Menschen für wenige Dollar am Tag mit bloßen Händen nach Erz. Sicherheitsstandards fehlen, Kinderarbeit ist verbreitet.

Die Rohstoffe befeuern seit über 30 Jahren bewaffnete Konflikte. In der Region sind mehr als 100 Milizen aktiv. Seit Anfang 2024 steht die Mine unter Kontrolle der Rebellengruppe M23. Den Vereinten Nationen zufolge nutzt die Gruppe die Einnahmen aus dem Rohstoffabbau zur Finanzierung ihres Aufstands; sie wird dabei angeblich von Ruanda unterstützt – was die Regierung in Kigali bestreitet.

Die Katastrophe zeigt erneut, wie eng globale Lieferketten mit lebensgefährlichen Arbeitsbedingungen und bewaffneten Konflikten im Ostkongo verknüpft sind.

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