US-Präsident Donald Trump hat sich erneut in die Kritik gebracht, nachdem auf seinem Truth-Social-Account ein Video geteilt wurde, das den früheren Präsidenten Barack Obama und die ehemalige First Lady Michelle Obama als Affen darstellt. Trotz massiver Empörung und parteiübergreifender Kritik lehnte Trump eine Entschuldigung ab und erklärte gegenüber Reportern, er habe „keinen Fehler gemacht“.
Das rund einminütige Video, das offenbar mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt wurde, beginnt mit unbelegten Behauptungen über Wahlbetrug bei der Präsidentschaftswahl 2020. Erst im späteren Teil erscheinen die umstrittenen Szenen: Zwei Affenkörper mit den Gesichtern der Obamas, umgeben von einer Dschungelkulisse. Trump erklärte, er habe lediglich den Anfang des Videos gesehen und den Beitrag anschließend von Mitarbeitern posten lassen. Der problematische Teil sei ihm entgangen. „Jemand hat einen sehr kleinen Teil übersehen“, sagte der Präsident während eines Flugs mit der Air Force One nach Florida.
Zunächst verteidigte das Weiße Haus den Beitrag. Pressesprecherin Karoline Leavitt sprach von „künstlicher Empörung“ und bezeichnete das Video als Internet-Meme, das Trump als „König des Dschungels“ und Demokraten als Figuren aus dem „König der Löwen“ darstelle. Angesichts wachsender Kritik ruderte das Weiße Haus jedoch zurück. Ein namentlich nicht genannter Mitarbeiter habe das Video irrtümlich geteilt, hieß es. Nach etwa zwölf Stunden wurde der Beitrag gelöscht.
Besonders bemerkenswert ist die deutliche Reaktion aus den eigenen Reihen. Mehrere republikanische Senatoren verurteilten das Video scharf. Senator Tim Scott aus South Carolina, ein enger Trump-Verbündeter, schrieb, er hoffe, das Video sei gefälscht, da es „das rassistischste“ sei, was er aus dem Weißen Haus gesehen habe. Senator John Curtis nannte den Beitrag „offen rassistisch und unentschuldbar“, während Senator Pete Ricketts und Senator Roger Wicker ebenfalls eine Entschuldigung forderten.
Trump wies die Vorwürfe zurück und bezeichnete sich selbst als den „am wenigsten rassistischen Präsidenten seit langer Zeit“. Zudem betonte er seine politischen Erfolge für schwarze Wähler, darunter Reformen im Strafrecht. Gleichzeitig sagte er auf Nachfrage, er verurteile „natürlich“ den rassistischen Teil des Videos – ohne jedoch Verantwortung für dessen Veröffentlichung zu übernehmen.
Auch demokratische Politiker reagierten empört. Der demokratische Minderheitsführer im Repräsentantenhaus, Hakeem Jeffries, der bereits zuvor Ziel eines umstrittenen Deepfake-Videos gewesen war, bezeichnete Trump als „rassistischen, unberechenbaren Provokateur“. Der Vorfall heizt die Debatte über den Einsatz von KI-Inhalten in der politischen Kommunikation weiter an – und wirft erneut Fragen nach Verantwortung, Kontrolle und Grenzen digitaler Propaganda auf.