Die Auswertung der sogenannten Mietwucher App der Partei Die Linke zeigt ein deutliches Bild: Rund zwei Drittel der überprüften Mieten liegen über dem gesetzlich zulässigen Maß. Wie die Partei mitteilte, nutzten bundesweit etwa 250.000 Haushalte das digitale Angebot, um ihre Mietverträge überprüfen zu lassen.
Die App ermöglicht es Mieterinnen und Mietern, ihre Miete mit den geltenden gesetzlichen Vorgaben zu vergleichen und festzustellen, ob eine unzulässige Überhöhung vorliegt. Darüber hinaus bietet das Portal die Möglichkeit, direkt aus der Anwendung heraus eine Beschwerde bei den zuständigen Behörden einzureichen. Nach Angaben der Linken wurden auf diesem Weg bislang rund 8.500 konkrete Verdachtsmeldungen versandt.
Die tatsächliche Zahl überhöhter Mieten dürfte jedoch deutlich höher liegen. Viele Betroffene verzichten laut den vorliegenden Daten darauf, ihre Miete zu melden, obwohl sie eine Überhöhung vermuten. Hauptgrund dafür ist die Angst, das Mietverhältnis zu gefährden oder die eigene Wohnung zu verlieren. Insbesondere in angespannten Wohnungsmärkten schrecken zahlreiche Haushalte davor zurück, rechtliche Schritte einzuleiten.
Die Ergebnisse der App-Auswertung verdeutlichen damit nicht nur das Ausmaß möglicher Mietüberhöhungen, sondern auch die Unsicherheit vieler Mieterinnen und Mieter. Gleichzeitig wird sichtbar, wie groß der Bedarf an niedrigschwelligen digitalen Angeboten ist, die Transparenz schaffen und den Zugang zu rechtlichen Möglichkeiten erleichtern.