Deutsche Sicherheitsbehörden haben einen mutmaßlichen Unterstützer der islamistischen Hamas festgenommen und damit erneut ihre erhöhte Wachsamkeit gegenüber terroristischen Bedrohungen unter Beweis gestellt. Der Verdächtige, ein libanesischer Staatsangehöriger, wurde am Freitagabend am Flughafen Berlin-Brandenburg kurz nach seiner Ankunft aus Beirut von der Polizei gestoppt und verhaftet. Die Bundesanwaltschaft identifizierte den Mann als „Mohammad S“.
Nach Angaben der Ermittler steht Mohammad S im Verdacht, Mitglied der Hamas zu sein und an konkreten Planungen für Anschläge auf jüdische sowie israelische Einrichtungen in Europa beteiligt gewesen zu sein. Bereits im August 2025 soll er an der Beschaffung von rund 300 Schuss Munition mitgewirkt haben. Diese Munition sei Teil eines größeren Plans gewesen, der auf gewaltsame Angriffe abzielte.
Der Festgenommene soll zudem mit „Abed Al G“ zusammengearbeitet haben, einem weiteren mutmaßlichen Hamas-Mitglied. Abed Al G war bereits im Oktober des vergangenen Jahres gemeinsam mit zwei weiteren Verdächtigen in Berlin festgenommen worden. Die drei sollen sich zu diesem Zeitpunkt zu einer Waffenübergabe getroffen haben. Zwei der damals Festgenommenen besitzen die deutsche Staatsangehörigkeit, der dritte stammt ebenfalls aus dem Libanon.
Im Zusammenhang mit diesen Ermittlungen führten die Sicherheitsbehörden auch Durchsuchungen in mehreren deutschen Städten durch, darunter Leipzig und Oberhausen. Medienberichten zufolge sollten dabei mögliche Unterstützernetzwerke aufgedeckt und Beweismittel sichergestellt werden. Die Ermittlungen zeigen, dass die deutschen Behörden nicht nur einzelne Verdächtige ins Visier nehmen, sondern auch mögliche Strukturen im Hintergrund.
Mohammad S soll nun einem Bundesrichter vorgeführt werden, der über eine Untersuchungshaft entscheiden wird. Die Bundesanwaltschaft betonte, dass von dem Beschuldigten eine erhebliche Gefahr ausgehe, da es sich um international vernetzte terroristische Bestrebungen handle.
Die Hamas gilt in Deutschland, der Europäischen Union sowie in den USA, Großbritannien und Israel als Terrororganisation. Bekannt wurde die Gruppe insbesondere durch den Großangriff auf Israel im Oktober 2023, bei dem rund 1.200 Menschen getötet und mehr als 250 als Geiseln verschleppt wurden. In der Folge kam es zu massiven israelischen Militäroperationen im Gazastreifen. Nach Angaben des dortigen, von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums sollen seitdem mehr als 70.000 Palästinenser ums Leben gekommen sein.
Die erneute Festnahme eines mutmaßlichen Hamas-Mitglieds unterstreicht die anhaltende Bedrohungslage in Europa und verdeutlicht zugleich die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit im Kampf gegen Terrorismus. Deutsche Behörden machen deutlich, dass sie entschlossen sind, potenzielle Anschlagspläne frühzeitig zu unterbinden und jüdische sowie israelische Einrichtungen besonders zu schützen.