In einem aufsehenerregenden Prozess vor einem britischen Gericht wurde bekannt, dass Barron Trump, der 19-jährige Sohn des amtierenden US-Präsidenten, im vergangenen Jahr möglicherweise entscheidend dazu beigetragen hat, das Leben einer jungen Frau zu retten. Während eines Videoanrufs soll er Zeuge eines mutmaßlichen gewalttätigen Übergriffs geworden sein und daraufhin umgehend die britische Polizei kontaktiert haben.
Wie vor dem Snaresbrook Crown Court in London verhandelt wurde, ereignete sich der Vorfall am 18. Januar 2025. Barron Trump befand sich zu diesem Zeitpunkt in den USA, als er mit einer weiblichen Bekannten per Video telefonierte. Diese Frau, deren Identität aus rechtlichen Gründen nicht veröffentlicht werden darf, soll während des Gesprächs von einem Mann angegriffen worden sein. Laut Gerichtsunterlagen wählte Trump daraufhin den britischen Notruf.
In einem vor Gericht verlesenen Transkript seines Anrufs schilderte Trump die Dringlichkeit der Situation: Er habe einen Anruf von einem Mädchen erhalten, das gerade geschlagen werde. Der Vorfall habe nur wenige Minuten zuvor stattgefunden, und er habe verzweifelt versucht, Hilfe zu organisieren. Seine schnelle Reaktion führte dazu, dass die Polizei alarmiert wurde und Ermittlungen einleitete.
Der Angeklagte, der 22-jährige Matvei Rumiantsev, steht wegen schwerer Vorwürfe vor Gericht. Ihm werden unter anderem Körperverletzung, tatsächliche schwere Körperverletzung, zwei Fälle von Vergewaltigung, vorsätzliche Strangulation sowie Strafvereitelung vorgeworfen. Rumiantsev bestreitet sämtliche Anschuldigungen. Seine Verteidigung bezeichnete die Aussagen der Frau als frei erfunden und behauptete, er habe lediglich versucht, sie zu beruhigen, da sie aggressiv und gewalttätig gewesen sei.
Die mutmaßliche Geschädigte sagte hingegen vor Gericht aus, dass Barron Trumps Eingreifen ihr Leben gerettet habe. Medienberichten zufolge erklärte sie, der Anruf bei der Polizei sei für sie „wie ein Zeichen Gottes“ gewesen und habe den Angriff möglicherweise gestoppt, bevor Schlimmeres passieren konnte.
In einer späteren E-Mail an die Polizei beschrieb Trump, was er während des kurzen Videoanrufs gesehen habe: Zunächst sei ein unbekleideter Mann mit dunklen Haaren zu sehen gewesen, dann habe sich das Bild zur Frau gewendet. Diese habe ihm gesagt, dass der Mann ihr schon seit längerer Zeit Probleme bereite. Obwohl die Polizei auf Trumps E-Mail geantwortet habe, sei es später zu keinem weiteren Austausch gekommen.
Der Prozess gegen Rumiantsev wird fortgesetzt. Eine Stellungnahme des Weißen Hauses zu dem Vorfall liegt bislang nicht vor. Der Fall sorgt international für Aufmerksamkeit – nicht zuletzt wegen der ungewöhnlichen Rolle, die Barron Trump in dieser dramatischen Situation gespielt haben soll.