Ein Jahr nach Donald Trumps Rückkehr ins Weiße Haus zeigt sich ein ernüchterndes Bild der wirtschaftlichen Lage in den USA. Trotz vollmundiger Ankündigungen im Wahlkampf, Inflation zu besiegen, Energiepreise zu halbieren und das Leben für Durchschnittsamerikaner spürbar günstiger zu machen, bleiben viele dieser Versprechen unerfüllt. Wirtschaftsdaten und Umfragen zeichnen ein deutlich komplexeres Bild als die optimistischen Reden des Präsidenten.
Trump betont immer wieder, die Inflation sei „besiegt“. Tatsächlich liegt die aktuelle Inflationsrate mit rund 2,7 Prozent jedoch nahezu auf dem gleichen Niveau wie zu Beginn seiner Amtszeit. Zwar ist sie deutlich niedriger als während der Hochphase nach der Pandemie, doch von einem spürbaren Rückgang der Lebenshaltungskosten kann für viele Haushalte keine Rede sein. Besonders Preise für Lebensmittel, Strom und andere Alltagsausgaben belasten weiterhin das Budget vieler Familien.
Ein zentraler Kritikpunkt von Ökonomen sind die neuen Zölle, die die Trump-Regierung gegenüber Handelspartnern eingeführt hat. Diese Maßnahmen sollten die heimische Wirtschaft schützen, haben aber laut Studien die Inflation messbar erhöht. Zwar tragen Händler einen Teil der Mehrkosten selbst, doch letztlich werden viele davon an die Verbraucher weitergegeben. Umfragen zeigen, dass eine Mehrheit der Amerikaner glaubt, die Zollpolitik gehe inzwischen zu weit.
Auch beim Thema Energie bleibt die Bilanz gemischt. Während die Benzinpreise leicht gesunken sind, liegen sie noch immer deutlich über den im Wahlkampf versprochenen Werten. Gleichzeitig sind die Kosten für Strom, Gas und Wasser weiter gestiegen. Trumps Ziel, Energiepreise innerhalb kurzer Zeit zu halbieren, wurde klar verfehlt. Maßnahmen wie der Ausbau von Öl- und Gasförderung könnten langfristig wirken, zeigen kurzfristig jedoch kaum Entlastung.
Ein weiterer sensibler Bereich ist der Wohnungsmarkt. Sinkende Hypothekenzinsen sollten jungen Familien den Weg ins Eigenheim erleichtern, doch die Realität sieht anders aus. Immobilienpreise bleiben hoch, und der Anteil der Erstkäufer hat ein Rekordtief erreicht. Zwar wurden einige regulatorische Hürden abgebaut, doch viele Preistreiber liegen auf lokaler Ebene und entziehen sich dem direkten Einfluss des Präsidenten.
Hoffnung setzen Trumps Anhänger nun vor allem auf Steuererleichterungen. Die geplante Verlängerung und Ausweitung früherer Steuersenkungen könnte kurzfristig höhere Rückerstattungen bringen. Kritiker warnen jedoch, dass vor allem wohlhabende Haushalte profitieren, während die Staatsverschuldung weiter steigt – mit langfristig höheren Zinsen für alle.
Insgesamt zeigt sich: Die wirtschaftliche Realität ist deutlich komplizierter als Wahlkampfparolen. Für viele Amerikaner bleibt das Gefühl, dass das Leben trotz politischer Versprechen nicht wirklich günstiger geworden ist. Ob sich das bis zu den nächsten Wahlen noch ändert, bleibt offen.