Kryptowährungen erleben raue Zeiten. Nach kräftigen Kursgewinnen und einem kurzen Allzeithoch im Jahr 2025 hat der Bitcoin zuletzt deutlich an Schwung verloren und das Jahr mit einem Minus von rund fünf Prozent beendet. Für viele Anleger ist das ein Weckruf: Digitale Währungen sind keine sichere Geldanlage, sondern ein hochspekulatives Investment. Die Verbraucherschützer von Finanztip mahnen daher zur Vorsicht – und geben klare Regeln vor, für alle, die trotzdem einsteigen wollen.
„Anleger können ihr Geld kaum risikoreicher anlegen als in Kryptowährungen“, sagt Nadine Graf, Expertin für Geldanlage bei Finanztip. Wer sich dennoch für Bitcoin & Co. entscheidet, sollte sich bewusst sein, dass Totalverluste möglich sind. Entsprechend gilt: nur kleine Beträge investieren. Mehr als zehn Prozent des gesamten Vermögens sollten Kryptowährungen nicht ausmachen. Für die Altersvorsorge rät Finanztip klar zu klassischen ETFs statt zu digitalen Coins.
Wer investieren will, sollte sich außerdem auf Bitcoin konzentrieren. Die älteste und größte Kryptowährung vereint mit rund 57 Prozent Marktanteil den Löwenanteil des Marktes auf sich und gilt als vergleichsweise stabil im extrem schwankungsanfälligen Krypto-Universum. Kleinere Coins versprechen zwar oft hohe Gewinne, bergen aber noch größere Risiken.
Entscheidend ist auch die Wahl der Handelsplattform. Finanztip empfiehlt, spezialisierte Anbieter zu nutzen statt herkömmlicher Wertpapierdepots. Wichtig sind unter anderem eine gültige EU-Lizenz nach der MiCA-Verordnung, transparente Gebühren, Ein- und Auszahlungen in Euro von deutschen Girokonten sowie die Möglichkeit, echte Bitcoins zu handeln und diese auf ein eigenes Wallet zu übertragen. Nur so behalten Anleger die volle Kontrolle über ihr digitales Vermögen.
Ist die passende Plattform gefunden, hilft ein Preislimit, um sich vor plötzlichen Kurssprüngen zu schützen: Die Kauforder wird erst ausgeführt, wenn der Bitcoin unter einen festgelegten Preis fällt. Und auch das Finanzamt schaut mit: Wer Bitcoins innerhalb eines Jahres mit Gewinn verkauft, muss Steuern zahlen. In Deutschland gilt eine Freigrenze von 1000 Euro. Nach einer Haltedauer von mehr als zwölf Monaten sind Gewinne hingegen steuerfrei.
Unterm Strich bleibt: Kryptowährungen sind kein Selbstläufer, sondern ein Spiel mit hohem Einsatz. Wer sich darauf einlässt, sollte gut informiert sein, Risiken nüchtern abwägen – und nur Geld investieren, dessen Verlust er im Zweifel verschmerzen kann.