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Weniger Schokolade, mehr Ärger – Milka ist die „Mogelpackung des Jahres 2025“

TJFREE (CC0), Pixabay

Die Verbraucherinnen und Verbraucher haben ein klares Urteil gefällt – und es fällt so deutlich aus wie nie zuvor. Mit überwältigender Mehrheit ist die Milka Alpenmilch Schokolade zur „Mogelpackung des Jahres 2025“ gewählt worden. Bei der Online-Abstimmung der Verbraucherzentrale Hamburg entfielen 66,7 Prozent der Stimmen auf die bekannte Schokoladentafel. Ein solch hoher Stimmenanteil wurde in der zwölfjährigen Geschichte der Negativ-Auszeichnung bislang nicht erreicht.

Insgesamt beteiligten sich 34.731 Menschen an der Abstimmung – so viele wie seit sechs Jahren nicht mehr. Das Ergebnis zeigt, wie groß der Unmut über versteckte Preiserhöhungen inzwischen ist. Milka ließ die Tafel Anfang 2025 nahezu unbemerkt schrumpfen: Statt 100 Gramm enthält sie nur noch 90 Gramm, gleichzeitig stieg der Preis von 1,49 Euro auf 1,99 Euro. Umgerechnet entspricht das einer Preiserhöhung von mehr als 48 Prozent.

Besonders ärgerlich für viele Käufer: Die Verpackung blieb optisch fast unverändert. Die geringere Füllmenge ist im Supermarktregal kaum zu erkennen, erst der Blick auf das Kleingedruckte offenbart die Veränderung. Auch weitere Milka-Sorten waren von dieser Anpassung betroffen – ein Umstand, der den Eindruck gezielter Täuschung zusätzlich verstärkte.

„Die Verbraucherinnen und Verbraucher haben ihrem Ärger mit großer Deutlichkeit Luft gemacht“, erklärte die Verbraucherzentrale Hamburg. Die Kombination aus weniger Inhalt und höherem Preis werde als besonders dreiste Form der Mogelpackung wahrgenommen. Das Abstimmungsergebnis sei ein Denkzettel, der kaum deutlicher ausfallen könne.

Mit großem Abstand folgten auf den weiteren Plätzen eine Käse-Streusel-Backmischung, ein Schoko-Hafer-Müsli, lösliche Kaffeesticks sowie ein Nudelgericht. Doch keiner der anderen Kandidaten kam auch nur annähernd an die Empörung heran, die Milka ausgelöst hat.

Das Prinzip der Mogelpackung ist dabei immer gleich: Der Inhalt schrumpft, der Preis bleibt gleich oder steigt – klare Hinweise darauf fehlen häufig. Hersteller setzen darauf, dass sich Verbraucher an gewohnte Verpackungsgrößen orientieren und Veränderungen übersehen. Genau hier sehen Verbraucherschützer ein strukturelles Problem.

Die Verbraucherzentrale Hamburg fordert deshalb verbindliche gesetzliche Regeln für mehr Transparenz im Supermarkt. Zwar kündigt die Politik regelmäßig an, versteckte Preiserhöhungen stärker in den Blick zu nehmen, doch bislang fehle es an klaren Vorgaben. Ohne verpflichtende Kennzeichnung bleibe die Verantwortung weitgehend bei den Verbrauchern selbst.

Die Wahl zur „Mogelpackung des Jahres“ soll deshalb nicht nur anprangern, sondern sensibilisieren. Der Fall Milka zeigt eindrücklich: Selbst bei bekannten Marken lohnt sich ein genauer Blick auf Gewicht und Preis – denn weniger ist im Supermarktregal allzu oft nicht mehr, sondern schlicht teurer.

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