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Nigeria erinnert sich an den Meister der Holzschnitzkunst Kasali Akangbe Ogun

Nigeria trauert um einen seiner bedeutendsten Künstler: Der renommierte Holzschnitzer Kasali Akangbe Ogun wurde nach kurzer Krankheit beigesetzt. Mit seinem Tod verliert nicht nur die Yoruba-Gemeinschaft, sondern die internationale Kunstwelt eine prägende Persönlichkeit, die Tradition, Spiritualität und zeitgenössische Ausdruckskraft auf einzigartige Weise verband.

Kasali Akangbe Ogun stammte aus Osogbo im Südwesten Nigerias, einer Stadt mit tiefen künstlerischen und religiösen Wurzeln. Er entstammte einer langen Linie von Holzschnitzern der Yoruba, auch wenn diese Tradition in seiner Familie zwei Generationen lang unterbrochen war. Geboren um 1945, war sein Lebensweg zunächst von Entbehrungen geprägt. Nach dem frühen Tod seines Vaters musste er die Schule abbrechen und fand schließlich über die Tischlerei zur Kunst. Was als Handwerk begann, wurde zu einer spirituellen Berufung.

International bekannt wurde Akangbe Ogun durch seinen unverwechselbaren Stil: schlanke, langgezogene Gesichter und dynamische, fließende Formen, die seinen Skulpturen eine fast schwerelose Präsenz verliehen. Der nigerianische Kunstförderer Olufemi Akinsanya beschrieb sein Werk als einzigartig und zutiefst spirituell verwurzelt. Akangbe Ogun war eine der zentralen Figuren der New Sacred Art Movement, die in den 1960er-Jahren von der österreichisch-nigerianischen Künstlerin und Yoruba-Priesterin Susanne Wenger mitbegründet wurde.

Diese Bewegung hatte es sich zum Ziel gesetzt, den heiligen Osun-Hain zu schützen – ein 75 Hektar großes Waldgebiet am Stadtrand von Osogbo. Der Hain gilt als Wohnstätte der Fruchtbarkeitsgöttin Osun und ist seit 2005 UNESCO-Weltkulturerbe. Akangbe Ogun verstand seine Kunst nie losgelöst von dieser Landschaft. Seine monumentalen Holzskulpturen, Säulen und Schreinbauten sind untrennbar mit dem Osun-Hain verbunden und prägen dessen Erscheinungsbild bis heute.

Trotz internationaler Anerkennung lebte Akangbe Ogun bescheiden. Er stellte weltweit aus, unter anderem in Deutschland, Großbritannien und den USA, arbeitete mit dem National Black Theatre in Harlem zusammen und war 2013 Distinguished Artist-in-Residence an der University of North Carolina. Dennoch blieb er Osogbo und dem heiligen Hain treu. Er setzte sich aktiv für den Schutz des Waldes ein und scheute auch Konflikte nicht, wenn es darum ging, die Heiligkeit des Flusses Osun zu bewahren.

Rückblickend sagte er einmal: „Ich habe nur eine Woche die Schule besucht, aber ich lehre heute Universitätsstudenten.“ Für ihn war Kunst ein verbindendes Element zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Diese Haltung fasste er selbst am treffendsten zusammen: „Ich bin nur ein Punkt, ein Punkt, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verbindet.“ Sein Vermächtnis lebt weiter – in seinen Werken, im Osun-Hain und in den Händen seiner Kinder, die seine Kunst fortführen.

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