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Vom Tarnanzug zum Trainingsanzug: Wie Guineas Juntaführer Mamadi Doumbouya zum zivilen Präsidenten wurde
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Vom Tarnanzug zum Trainingsanzug: Wie Guineas Juntaführer Mamadi Doumbouya zum zivilen Präsidenten wurde

Als Mamadi Doumbouya im September 2021 in Guinea die Macht übernahm, verkörperte er den klassischen Militärmachthaber. Groß gewachsen, breitschultrig, in Tarnuniform, mit rotem Barett und verspiegelter Sonnenbrille trat der damals 36-jährige Oberst vor die Nation und rechtfertigte den Putsch mit dem Vorwurf, die abgesetzte Regierung von Präsident Alpha Condé habe demokratische Prinzipien missachtet und die Rechte der Bürger mit Füßen getreten.

Mehr als vier Jahre später präsentiert sich Doumbouya in einem völlig anderen Bild. Nach einer umstrittenen Wahl im Dezember, aus der er mit offiziell 87 Prozent der Stimmen hervorging, wurde er nun als ziviler Präsident vereidigt. Statt Militäruniform zeigt ihn die Öffentlichkeitsarbeit des Präsidialamts häufig im Trainingsanzug, mit Baseballkappe oder im traditionellen Boubou. Die Botschaft ist klar: Doumbouya möchte nicht mehr als Juntaführer wahrgenommen werden, sondern als Präsident „nah am Volk“.

Analysten sehen darin eine gezielte Imagekampagne. „Es geht darum, Distanz zum Militärputsch herzustellen und Nähe zur Zivilgesellschaft zu zeigen“, erklärt Sicherheitsexpertin Beverly Ochieng. Fotos zeigen Doumbouya bei der Eröffnung von Schulen, beim Besuch von Infrastrukturprojekten oder sogar beim Radfahren durch die Hauptstadt Conakry. Der Präsident inszeniert sich als tatkräftiger Reformer, der für die Interessen der Bevölkerung arbeitet.

Doch die Zweifel an seinen demokratischen Absichten bleiben. Führende Oppositionspolitiker wie der frühere Premierminister Cellou Dalein Diallo leben im Exil und sprechen von einer Farce. Politische Parteien wurden suspendiert, Demonstrationen verboten, Medien geschlossen. Zudem sind mehrere Aktivisten und Journalisten seit Monaten verschwunden, Menschenrechtsorganisationen äußern große Besorgnis.

Trotzdem genießt Doumbouya weiterhin Rückhalt in Teilen der Bevölkerung. Umfragen zeigen ein wachsendes Vertrauen, das auch mit seinem Fokus auf nationale Souveränität zusammenhängt. In Reden betont er immer wieder, Guinea müsse die Kontrolle über seine politischen und wirtschaftlichen Ressourcen selbst übernehmen. Besonders das gigantische Eisenerzprojekt Simandou gilt als Schlüssel für die Zukunft des Landes. Die Regierung verspricht, Einnahmen in Infrastruktur, Bildung und Gesundheit zu investieren.

Doumbouyas Präsidentschaft steht damit an einem Scheideweg. Der Wechsel vom Tarnanzug zum Trainingsanzug symbolisiert den Anspruch auf einen Neuanfang. Ob dieser Wandel mehr ist als nur äußere Inszenierung, wird sich daran messen lassen, ob es ihm gelingt, Wohlstand zu schaffen, Rechte zu schützen und echte politische Öffnung zuzulassen. Guinea wartet auf Taten, nicht nur auf neue Bilder.

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