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Post-Quanten-Kryptografie rückt in den Fokus: G7 legt Fahrplan für den Finanzsektor vor

Nikin (CC0), Pixabay

Quantencomputer gelten als eine der disruptivsten Technologien der kommenden Jahre – mit enormem Potenzial, aber auch mit erheblichen Risiken. Vor diesem Hintergrund hat die G7 Cyber Expert Group unter Mitwirkung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) am 13. Januar 2026 einen umfassenden Fahrplan für den Übergang zur Post-Quanten-Kryptografie im Finanzsektor veröffentlicht.

Das Papier macht deutlich, dass der technologische Fortschritt beim Quantencomputing rasant voranschreitet. Künftig werden Quantencomputer mit hoher Wahrscheinlichkeit Rechenprobleme lösen können, die für klassische Computer bislang als praktisch unlösbar gelten. Für Finanzunternehmen eröffnet das neue Chancen – etwa im algorithmischen Handel, bei der Risikoanalyse oder bei der Optimierung komplexer Prognosemodelle. Gleichzeitig wächst jedoch die Bedrohungslage erheblich.

Denn dieselbe Rechenleistung kann auch von kriminellen Akteuren missbraucht werden. Besonders kritisch ist die Auswirkung auf heutige kryptografische Verfahren, die zentrale Systeme und sensible Daten schützen – darunter Zahlungsverkehr, Kundeninformationen oder Gesundheitsdaten. Weit verbreitete Verschlüsselungsmechanismen könnten durch leistungsfähige Quantencomputer künftig entschlüsselt werden. Fachleute warnen bereits seit längerem vor dem Szenario „harvest now, decrypt later“: Angreifer sammeln schon heute verschlüsselte Daten, um sie zu einem späteren Zeitpunkt mit Quantencomputern zu entschlüsseln.

Der von der G7 entwickelte Fahrplan nimmt diese Risiken gezielt in den Blick. Er beschreibt die besonderen Herausforderungen für den Finanzsektor und skizziert einen koordinierten Ansatz für die Umstellung auf quantensichere Kryptografie. Dabei betont das Dokument ausdrücklich seinen Charakter: Es handelt sich nicht um verbindliche Leitlinien oder regulatorische Vorgaben, sondern um ein unverbindliches Vorgehensmodell zur Orientierung.

Kern des Fahrplans ist ein zeitlicher Rahmen für die Migration. Kritische Systeme sollen demnach bis spätestens 2030 auf post-quanten-sichere Verfahren umgestellt werden. Für nicht als kritisch eingestufte Systeme sieht das Modell eine längere Übergangsfrist bis 2035 vor. Ergänzt wird der Zeitplan durch praxisnahe Empfehlungen, wie Institute relevante Risiken identifizieren, priorisieren und geeignete Gegenmaßnahmen entwickeln können.

Die Botschaft des Papiers ist eindeutig: Der Finanzsektor muss sich jetzt auf den Wandel vorbereiten. Die Umstellung auf quantensichere Kryptografie ist ein langfristiger Prozess, der strategische Planung, technisches Know-how und erhebliche Investitionen erfordert. Wer zu spät handelt, riskiert künftig massive Sicherheitslücken mit potenziell systemischen Folgen.

Auch die BaFin unterstreicht die Bedeutung des Themas. Die Finanzaufsicht kündigt an, sich auch im Jahr 2026 intensiv mit Quantencomputing und seinen Auswirkungen auf die Finanzmarktstabilität zu befassen. Der veröffentlichte G7-Fahrplan setzt dafür einen wichtigen Orientierungsrahmen – und macht deutlich, dass die Zukunft der IT-Sicherheit im Finanzsektor bereits heute beginnt.

 

Hier die Original-BaFin-Mitteilung:

Post-Quanten-Kryptographie: G7 Cyber Expert Group veröffentlicht Fahrplan

Quantencomputer werden neue Möglichkeiten eröffnen – für Unternehmen des Finanzsektors, aber auch für kriminelle Akteure. Umso wichtiger ist es, die Risiken frühzeitig zu erkennen und zu handeln. Die G7 Cyber Expert Group hat dafür einen konkreten Fahrplan entwickelt.

Die G7-Cyber-Expertengruppe hat unter Mitwirkung der Finanzaufsicht BaFin am 13. Januar 2026 einen Fahrplan zur Förderung des Übergangs zur Post-Quanten-Kryptografie im Finanzsektor veröffentlicht. Er zeigt die besonderen Herausforderungen und Risiken des Quantencomputings auf. Darüber hinaus stellt er einen koordinierten Ansatz für die Umstellung auf quantensichere Kryptografie vor.

Die Entwicklung des Quantencomputing schreitet voran. Quantencomputer werden sehr wahrscheinlich Rechenprobleme lösen können, die für herkömmliche Computer bisher innerhalb einer angemessenen Zeit als unlösbar gelten. Finanzunternehmen könnten von der sehr hohen Rechengeschwindigkeit von Quantencomputern profitieren, etwa im Handel an den Märkten oder bei der Optimierung von Prognosestrategien.

Quantencomputing birgt allerdings auch Risiken. Böswillige Akteure können die Technologie für schädliche Zwecke missbrauchen. Dies würde organisatorische und systemische Risiken für das Finanzsystem mit sich bringen.

Mit der Hilfe von Quantencomputern werden weit verbreitete kryptografische Verschlüsselungsverfahren, die Systeme und Daten wie etwa Zahlungs-, Gesundheits- und Kundendaten schützen, künftig entschlüsselt werden können. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass Kriminelle bereits heute Daten beschaffen und speichern, um diese später zu entschlüsseln und sensible Informationen zu extrahieren; eine Vorgehensweise, die unter dem Namen „harvest now, decrypt later“ bekannt ist.

Der Fahrplan der G7 macht auf diese künftigen Risken aufmerksam und zeigt auf, wie damit umzugehen ist. Wichtig: Der Fahrplan enthält keine Leitlinien oder regulatorischen Erwartungen. Im Zentrum steht ein unverbindliches Vorgehensmodell, das die Migration von kritischen Systemen bis 2030 vorsieht. Für alle nicht als kritisch klassifizierten Systeme ist eine Umsetzungsfrist bis 2035 vorgesehen. Zudem enthält das Papier praxisnahe Empfehlungen zur Identifizierung und Mitigation der genannten Risiken.

Das Papier verdeutlicht, dass die Finanzindustrie jetzt auf quantensichere Verfahren umstellen muss, um den neuen Risiken angemessen zu begegnen. Auch die BaFin wird sich im Jahr 2026 weiterhin mit dem Thema Quantencomputing auseinandersetzen.

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