In Thailand ist es zu einem schweren Unglück gekommen, bei dem mindestens 28 Menschen ums Leben gekommen sind. Ein Baukran stürzte in den Morgenstunden auf einen fahrenden Personenzug im Nordosten des Landes und verursachte eine Katastrophe mit zahlreichen Opfern. Weitere 64 Menschen wurden verletzt, einige von ihnen schwer.
Der Unfall ereignete sich gegen 9:00 Uhr Ortszeit, als der Zug mit rund 195 Passagieren an Bord von Bangkok in Richtung der Provinz Ubon Ratchathani unterwegs war. Nach offiziellen Angaben fiel der Kran plötzlich auf die Gleise, traf mehrere Waggons und brachte den Zug zum Entgleisen. Mindestens ein Waggon fing Feuer, was die Rettungsarbeiten zusätzlich erschwerte.
Augenzeugen berichteten von chaotischen Szenen. Rettungskräfte kletterten über verbogene Metallteile und zerstörte Zugwaggons, um eingeschlossene Passagiere zu befreien. Trotz der schwierigen Bedingungen gelang es den Einsatzkräften, alle Reisenden aus dem Zug zu evakuieren. Viele Verletzte wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht. Unter ihnen befinden sich sowohl ein einjähriges Kind als auch eine 85-jährige Person. Acht Verletzte sollen sich in kritischem Zustand befinden.
Der Kran war Teil einer Großbaustelle für eine neue Hochbahnstrecke, die im Rahmen eines international unterstützten Infrastrukturprojekts entsteht. Ziel ist es, Bangkok mit dem Nachbarland Laos zu verbinden, wo bereits eine moderne Bahnlinie mit Anbindung nach China in Betrieb ist. Der Vorfall wirft nun ernste Fragen zur Sicherheit auf Großbaustellen in Thailand auf.
Ein Zugbegleiter, der den Unfall überlebte, schilderte gegenüber lokalen Medien, dass die Passagiere durch den Aufprall regelrecht durch die Luft geschleudert worden seien. Viele hätten keine Chance gehabt, sich festzuhalten oder rechtzeitig zu reagieren.
Die thailändische Regierung hat eine umfassende Untersuchung angeordnet. Ministerpräsident Anutin Charnvirakul forderte, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Solche Unfälle seien nach seiner Aussage nur durch Fahrlässigkeit, das Missachten von Sicherheitsvorschriften oder den Einsatz ungeeigneter Materialien möglich.
Thailand ist in der Vergangenheit immer wieder von tödlichen Bau- und Infrastrukturunfällen betroffen gewesen. Experten verweisen seit Jahren auf unzureichende Kontrollen und eine schwache Durchsetzung von Sicherheitsstandards. Der aktuelle Vorfall dürfte den Druck auf Behörden und Bauunternehmen erhöhen, die Sicherheitsmaßnahmen deutlich zu verschärfen, um ähnliche Tragödien in Zukunft zu verhindern.