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„Sondervermögen“ – Wenn Schulden plötzlich Glanz bekommen

Das „Unwort des Jahres 2025“ steht fest: Sondervermögen. Ein Begriff, der klingt wie ein Lottogewinn mit Bio-Siegel – und sich am Ende doch als klassische Neuverschuldung im rhetorischen Tarnanzug entpuppt.

Die Jury der sprachkritischen Aktion hat mit ihrer Entscheidung wieder einmal ins Zentrum der politischen Schönsprecherei gezielt. Denn was nach einem gut gepolsterten Sparstrumpf klingt, ist in Wahrheit nichts anderes als das: Schulden. Nur halt mit Schleifchen.

Ob für Bundeswehr, Klimafonds oder Bildung – „Sondervermögen“ wird inzwischen verwendet, um Milliardenbeträge abseits des regulären Haushalts zu verbuchen. Und während der Begriff in Talkshows, Pressekonferenzen und Wahlprogrammen seinen wohlklingenden Dienst tut, bleibt der eigentliche Preis – also die Schuldenlast – hübsch verpackt.

Die Jury begründet ihre Wahl damit, dass der Begriff „faktenverschleiernd und manipulierend“ sei. Mit seiner Hilfe werde suggeriert, es handele sich um vorhandenes Geld, nicht um Kredite, die noch zurückzuzahlen sind. Eine Formulierung, die „demokratische Debatten“ untergrabe – denn wer spricht schon gerne über Staatsverschuldung, wenn es auch um „Vermögen“ gehen kann?

Zur Erinnerung: 2024 fiel die Wahl auf den Begriff „biodeutsch“, ein Wort, das Menschen sprachlich aus- statt eingrenzt. Diesmal also ein Begriff, der die Realität weichzeichnet – nicht ideologisch, sondern finanziell. Ironischerweise schafft das „Sondervermögen“ damit das, was viele Haushalte nicht können: mit gutem Gewissen Schulden machen und es klingen lassen, als sei’s ein Guthaben.

Fazit: Das Unwort 2025 hat sich seinen Titel ehrlich verdient – sprachlich geschönt, haushaltstechnisch heikel, politisch praktisch. Ein echtes Beispiel für kreative Buchhaltung in sprachlicher Bestform.

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