Eigentlich soll ein Besuch im Thermal- und Spaßbad Entspannung bringen, den Alltag ausblenden und Körper wie Geist zur Ruhe kommen lassen. Doch genau dieses Versprechen sah die Havel-Therme in Werder zuletzt massiv gefährdet. Nach einer Reihe schwerwiegender Vorfälle hat die Geschäftsführung nun die Reißleine gezogen und die Einlassregeln deutlich verschärft – mit einer klaren Konsequenz: Bestimmte Männergruppen bleiben künftig draußen.
Auslöser für die drastische Entscheidung waren wiederholte Zwischenfälle, die mit dem Anspruch eines sicheren und geschützten Erholungsortes nicht mehr vereinbar waren. Besucherinnen berichteten von unangenehmen Berührungen und Belästigungen, auf dem Parkplatz kam es zu aggressiven Auseinandersetzungen, sogar Messerstechereien wurden bekannt. Szenen, die in einem Wellnessbad nichts verloren haben und das Sicherheitsgefühl vieler Gäste nachhaltig erschütterten.
Die Betreiber reagierten nach eigenen Angaben nicht leichtfertig. Ziel sei es, die Therme wieder zu dem zu machen, was sie sein soll: ein Ort der Ruhe, des Respekts und der Erholung für alle. Der verschärfte Einlass richtet sich insbesondere gegen größere, unangemeldete Männergruppen, bei denen es in der Vergangenheit überdurchschnittlich häufig zu Problemen gekommen sei. Familien, Paare und Einzelbesucher sollen sich hingegen weiterhin willkommen und sicher fühlen.
Die neuen Regeln sind Teil eines umfassenderen Sicherheitskonzepts. Neben strengeren Einlasskontrollen wird auch das Hausrecht konsequenter durchgesetzt. Auffällige Gäste können schneller ausgeschlossen werden, das Personal wurde sensibilisiert und Sicherheitsmaßnahmen im Innen- und Außenbereich wurden ausgeweitet.
Die Reaktionen der Besucher fallen gemischt aus. Viele Stammgäste begrüßen den Schritt ausdrücklich und sprechen von einer spürbaren Erleichterung. Endlich werde das Wohlbefinden der Gäste über wirtschaftliche Interessen gestellt. Kritische Stimmen hingegen sehen die Gefahr pauschaler Ausgrenzung und mahnen zu Augenmaß.
Für die Betreiber steht dennoch fest: Sicherheit und Respekt haben Vorrang. Nur so könne gewährleistet werden, dass ein Tag in der Therme wieder das ist, was er sein sollte – eine Auszeit vom Alltag, frei von Angst, Stress und Übergriffen.