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Umweltministerium plant Abgabe für Billigmode-Hersteller – Kampf gegen Textilmüll

Fast Fashion wird für Umwelt und Entsorgungssysteme zunehmend zum Problem. Bundesumweltminister Carsten Schneider will nun Hersteller von Billigkleidung stärker in die Pflicht nehmen. Angesichts überfüllter Altkleidercontainer und wachsender Müllberge soll eine gesetzliche Abgabe kommen, mit der sich Modeanbieter an den Kosten für Entsorgung und Recycling beteiligen.

„Unser über Jahrzehnte bestehendes System der Altkleidersammlung funktioniert nicht mehr“, sagte Schneider der Rheinischen Post. Immer mehr Billigmode – häufig von Anbietern wie Shein, Zara oder Primark – lande in minderwertiger Qualität in den Containern und könne kaum weiterverwertet werden. Die Konsequenz: Massenhaft unbrauchbare Kleidung bleibt liegen oder wird exportiert.

Laut Ministerium kauft jede*r Deutsche im Schnitt rund 60 Kleidungsstücke pro Jahr. Durch das Waschen synthetischer Billigtextilien gelangen zudem bis zu 400 Tonnen Mikroplastik jährlich in Flüsse und Meere.

Das neue Gesetz sieht vor, dass sich alle Händler und Hersteller, die Kleidung in Deutschland verkaufen, registrieren und finanziell an der Entsorgung beteiligen müssen. Ziel sei nicht nur eine fairere Lastenverteilung, sondern auch die Finanzierung besserer Recyclingstrukturen. Als Vorbild gilt Frankreich, wo ein entsprechendes Gesetz vorbereitet wird.

Die EU hat unterdessen bereits erste Schritte unternommen und einen pauschalen Zoll von drei Euro auf Pakete aus Fernost eingeführt. Doch für Schneider ist klar: „Der wichtigste Teil der Lösung ist, weniger von diesen Billigpaketen aus China zu kaufen.“

Der Gesetzentwurf soll bis Sommer 2026 vorliegen. Unterstützung kommt von Umweltverbänden wie Greenpeace, die zusätzlich Werbeverbote für Fast Fashion in sozialen Medien und stärkere Förderung nachhaltiger Geschäftsmodelle fordern.

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