Am Donnerstagnachmittag wurden in Portland, Oregon, zwei Menschen durch Schüsse verletzt, die im Zusammenhang mit einem Einsatz von Bundesagenten standen. Die Situation ereignete sich gegen 14:18 Uhr Ortszeit im Stadtteil Hazelwood, nahe des Adventist Health Krankenhauses. Wie die Polizei mitteilte, wurde sie über einen Vorfall mit Schusswaffengebrauch informiert, wenig später fanden Einsatzkräfte ein Ehepaar mit Schussverletzungen. Beide wurden ins Krankenhaus gebracht – ihr Zustand ist aktuell unbekannt.
Laut einer Stellungnahme des Heimatschutzministeriums (DHS) eröffneten Bundesagenten das Feuer, nachdem der Fahrer eines Fahrzeugs versucht haben soll, die Beamten mit seinem Wagen zu überfahren. Der Fahrer und seine Beifahrerin – beide mutmaßlich Mitglieder der venezolanischen Gang „Tren de Aragua“ – flüchteten vom Tatort, wurden jedoch später gefunden.
Der Vorfall ereignet sich nur einen Tag nach dem tödlichen Schusswaffengebrauch durch Einwanderungsbeamte in Minneapolis, bei dem die 37-jährige dreifache Mutter Renee Nicole Good ums Leben kam. Die Behörden erklärten, auch in diesem Fall sei das Fahrzeug als Waffe eingesetzt worden. Diese Vorfälle heizen die ohnehin angespannte Stimmung im Land weiter an.
Portlands Bürgermeister Keith Wilson sowie Gouverneurin Tina Kotek verurteilten den jüngsten Vorfall scharf. Beide fordern ein sofortiges Ende aller Einsätze von ICE (Immigration and Customs Enforcement) in Portland, bis eine unabhängige Untersuchung abgeschlossen ist. Wilson erklärte: „Portland ist kein Übungsgelände für militarisierte Bundesagenten. Diese Gewalt zerstört das Vertrauen unserer Gemeinschaft.“
Auch Senatoren aus Oregon äußerten ihre Besorgnis. Ron Wyden und Jeff Merkley betonten, dass der Einsatz von Bundeskräften unter der Regierung Trump zunehmend zur Eskalation beiträgt. Merkley warnte davor, dass Trump durch diese Einsätze bewusst Proteste provozieren wolle, um daraus politisches Kapital zu schlagen.
Unterdessen hat der Bezirksstaatsanwalt von Multnomah County, Nathan Vasquez, eine lückenlose Aufklärung angekündigt. Das FBI führt derzeit die Ermittlungen, während die örtliche Polizei Unterstützung leistet, jedoch nicht aktiv in den Einsatz eingebunden war.
Mehrere Stadtratsmitglieder äußerten sich ebenfalls empört über das Vorgehen der Bundesbehörden. Für viele in Portland ist klar: Die wiederholten Gewaltakte durch Einwanderungsbehörden werfen ernste Fragen über deren Einsatzpraxis und deren Platz in einer demokratischen Gesellschaft auf.