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Medizinischer Notfall an Bord der ISS: NASA bringt Crew-11 frühzeitig zurück zur Erde

In einer seltenen und ernsten Entwicklung plant die NASA, die Crew-11 der Internationalen Raumstation (ISS) aufgrund eines medizinischen Notfalls früher als vorgesehen zur Erde zurückzubringen. Die betroffene Person wurde aus Datenschutzgründen nicht namentlich genannt, doch laut NASA-Administrator Jared Isaacman handelt es sich um eine ernste, wenn auch stabile gesundheitliche Situation.

Die vierköpfige Crew-11, bestehend aus den NASA-Astronauten Mike Fincke und Zena Cardman, dem japanischen Astronauten Kimiya Yui sowie dem russischen Kosmonauten Oleg Platonov, startete am 1. August 2025 mit einer SpaceX Dragon-Kapsel vom Kennedy Space Center in Richtung ISS. Nach über fünf Monaten im Orbit wird die Rückkehr nun vorbereitet – ein historischer Schritt, denn es wäre die erste medizinisch bedingte Evakuierung in der 25-jährigen Geschichte der Raumstation.

Ein geplanter Außeneinsatz von Fincke und Cardman zur Installation neuer Technik wurde aufgrund des Vorfalls verschoben. Laut Dr. James Polk, dem leitenden Gesundheitsbeamten der NASA, war die medizinische Situation völlig unabhängig von den Bordaktivitäten oder den Vorbereitungen zum Spacewalk.

Die genaue Ursache bleibt vorerst unklar, aber Experten betonen die Seltenheit solcher Zwischenfälle. Raumfahrtautorin Emily Carney erinnert daran, dass zuletzt 1985 eine Rückkehr zur Erde aus medizinischen Gründen nötig war. Auch 2019 gab es einen ernsteren Vorfall mit einem Blutgerinnsel, der jedoch erfolgreich an Bord behandelt werden konnte.

Da die ISS nicht über die notwendige medizinische Infrastruktur zur umfassenden Diagnose und Behandlung verfügt, wurde beschlossen, Crew-11 vorsorglich zurückzuholen. Die betroffene Person befindet sich nicht in einem Notfallzustand, doch die medizinische Versorgung auf der Erde bietet deutlich bessere Möglichkeiten.

Währenddessen prüft die NASA, den ursprünglich für den 15. Februar geplanten Start der Nachfolgemission Crew-12 vorzuziehen. Crew-12 besteht aus NASA-Astronauten Jessica Meir und Jack Hathaway, ESA-Astronautin Sophie Adenot sowie dem russischen Kosmonauten Andrey Fedyaev.

Der Vorfall zeigt, wie entscheidend medizinische Vorsorge und schnelle Entscheidungswege in der bemannten Raumfahrt sind – auch nach Jahrzehnten Erfahrung bleibt der Mensch im All ein verletzliches Wesen.

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