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EU gibt grünes Licht: Mercosur-Freihandelsabkommen steht kurz vor Unterzeichnung

Nach über 25 Jahren zäher Verhandlungen ist der Durchbruch gelungen: Die EU-Mitgliedstaaten haben sich auf das Freihandelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay geeinigt. Das Abkommen, das unter anderem Zölle und Handelsbarrieren weitgehend abbauen soll, steht nun kurz vor der Unterzeichnung – ein historischer Schritt, der nicht nur ökonomische, sondern auch geopolitische Bedeutung hat.

Mit über 700 Millionen Menschen wird die neue Freihandelszone die größte ihrer Art weltweit sein. Trotz massiver Proteste aus der europäischen Landwirtschaft und langanhaltender Kritik – besonders aus Frankreich, Polen und Italien – kam es durch Zugeständnisse an die Agrarlobby zu einer Einigung. Ein umfangreiches Sicherheitsnetz für europäische Bauern soll bei Marktverwerfungen schnelle Gegenmaßnahmen ermöglichen, etwa durch temporäre Aussetzung von Zollvorteilen.

Die EU-Kommission schätzt, dass das Abkommen die Exporte der EU in die Mercosur-Staaten um bis zu 39 Prozent steigern könnte – was rund 49 Milliarden Euro zusätzlich und über 440.000 Arbeitsplätze in Europa bedeuten würde. Besonders profitieren könnten Branchen wie Automobilbau, Maschinenbau und die Pharmaindustrie, deren Produkte derzeit mit hohen Einfuhrzöllen belegt sind.

Doch die Kritik reißt nicht ab. Bauernverbände befürchten einen ruinösen Wettbewerb und den Import von Produkten, die nicht den strengen EU-Standards entsprechen. Auch Umweltorganisationen schlagen Alarm: Sie sehen durch das Abkommen eine Gefahr für den Amazonas-Regenwald und warnen vor wachsender Entwaldung in Brasilien.

Die EU-Kommission entgegnet dem mit dem Hinweis auf strenge Importkontrollen. Nur Waren, die den europäischen Standards bei Lebensmittelsicherheit, Tier- und Pflanzenschutz entsprechen, sollen Zugang zum EU-Markt erhalten. Besonders überwacht werden sensible Produkte wie Rindfleisch, Geflügel, Reis oder Zucker.

Geplant ist die Unterzeichnung des Abkommens in Paraguay, das derzeit die Präsidentschaft des Mercosur innehat. Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident António Costa wollen an der Zeremonie teilnehmen. Mit dem Mercosur-Deal sendet die EU auch ein Signal in Richtung Washington: gegen den Protektionismus der USA unter Präsident Trump und für den Erhalt einer regelbasierten, offenen Weltwirtschaft.

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