Der Wintersturm „Goretti“ hat in der Nacht zum Donnerstag mit voller Wucht den Nordwesten Frankreichs getroffen und dabei erhebliche Schäden angerichtet. Besonders betroffen war die Bretagne, wo Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 km/h gemessen wurden. Die gewaltigen Böen sorgten nicht nur für massive Verkehrsbehinderungen und Stromausfälle, sondern auch für gefährliche Bedingungen an der Küste – meterhohe Wellen von bis zu 13 Metern rollten auf die Landzunge von Ouessant zu.
Nach offiziellen Angaben des französischen Innenministeriums waren zeitweise rund 380.000 Haushalte ohne Strom. Ursache waren umgestürzte Bäume, abgerissene Stromleitungen und beschädigte Infrastruktur. Trotz der Stärke des Sturms wurden glücklicherweise nur sechs Menschen leicht verletzt. Der Sachschaden ist jedoch erheblich, viele Straßen sind blockiert, und der Zugverkehr kam in mehreren Regionen komplett zum Erliegen.
Insbesondere in der Normandie und der Bretagne wurde der Bahnverkehr am Freitagmorgen eingestellt, soll aber am Nachmittag schrittweise wieder aufgenommen werden. Auch in Paris, im Elsass und in Lothringen kam es zu Verzögerungen und Ausfällen im öffentlichen Nahverkehr. In den Départements Manche und Seine-Maritime blieben sämtliche Schulen geschlossen – eine Vorsichtsmaßnahme, die viele Eltern begrüßten.
Die Behörden hatten frühzeitig gewarnt und appellierten an die Bevölkerung, ihre Häuser nicht zu verlassen. Insbesondere Küstenregionen wurden als besonders gefährdet eingestuft, da das aufgewühlte Meer in Verbindung mit dem Sturm zu einer extremen Gefahr für Mensch und Umwelt wurde.
Auf der bretonischen Insel Ouessant, die als eine der westlichsten Punkte Frankreichs gilt, wurden die höchsten Windgeschwindigkeiten registriert. Auch die dortige Küstenwache war im Dauereinsatz, um Fischer und Bewohner vor den lebensgefährlichen Bedingungen zu warnen und gegebenenfalls zu evakuieren.
Inzwischen hat sich das Wetter etwas beruhigt, doch die Aufräumarbeiten werden noch Tage in Anspruch nehmen. Frankreichs Präsident äußerte sich besorgt über die zunehmende Häufigkeit extremer Wetterereignisse und betonte die Notwendigkeit, den Katastrophenschutz weiter zu stärken.