US-Präsident Donald Trump will schon bald Klarheit über die künftige Führung der US-Notenbank schaffen. Wie Trump ankündigte, werde er seinen Wunschkandidaten für die Nachfolge des amtierenden Fed-Chefs Jerome Powell „irgendwann im Januar“ benennen. Die Aussage machte Trump bei einem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in seiner Residenz Mar-a-Lago im US-Bundesstaat Florida.
Powell, der bei Trump seit Längerem in Ungnade gefallen ist, steht noch bis Mai an der Spitze der US-Notenbank. Formal endet dann seine Amtszeit als Vorsitzender des Federal Reserve. Nach den gesetzlichen Regeln wird der Notenbankchef vom US-Präsidenten nominiert, benötigt jedoch die Bestätigung durch den Senat, was dem Verfahren eine erhebliche politische Komponente verleiht.
Politisch brisante Personalie
Die Ankündigung kommt zu einem sensiblen Zeitpunkt. Die Geldpolitik der Fed steht unter besonderer Beobachtung, nicht zuletzt wegen der Zinsentscheidungen und ihrer Auswirkungen auf Inflation, Konjunktur und Finanzmärkte. Trump hatte Powell während seiner Präsidentschaft wiederholt scharf kritisiert und ihm vorgeworfen, mit seiner Zinspolitik das Wirtschaftswachstum auszubremsen.
Mit der geplanten Neubesetzung könnte Trump versuchen, künftig größeren Einfluss auf die geldpolitische Ausrichtung der Notenbank zu nehmen – ein Punkt, der bei Ökonomen und Marktbeobachtern regelmäßig Sorgen um die Unabhängigkeit der Fed auslöst.
Kevin Hassett als Favorit
Als aussichtsreicher Kandidat für den Posten gilt derzeit Kevin Hassett, der Vorsitzende des Nationalen Wirtschaftsrats. Hassett zählt zu Trumps wirtschaftspolitischen Vertrauten und gilt als jemand, der eine wachstumsorientierte, unternehmensfreundliche Linie unterstützt. Eine offizielle Bestätigung aus dem Weißen Haus steht jedoch noch aus.
Entscheidung mit Signalwirkung
Die Personalentscheidung dürfte weit über Washington hinaus Aufmerksamkeit erzeugen. Die Fed ist eine der einflussreichsten Zentralbanken der Welt, ihre Führung prägt nicht nur die US-Wirtschaft, sondern auch internationale Finanzmärkte. Wer Powell nachfolgt, könnte entscheidenden Einfluss darauf haben, wie konsequent die Notenbank künftig gegen Inflation vorgeht oder wirtschaftliche Abschwächungen abfedert.
Mit der angekündigten Entscheidung im Januar macht Trump deutlich, dass er das Thema frühzeitig setzen will. Die Frage, wer künftig an der Spitze der Fed steht, entwickelt sich damit zu einem der zentralen wirtschaftspolitischen Themen der kommenden Monate.