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Bis zu 24 Stockschläge: Singapur verschärft Strafen gegen Online-Betrüger drastisch

Clker-Free-Vector-Images (CC0), Pixabay

Singapur greift im Kampf gegen Internet- und Telefonbetrug zu besonders harten Mitteln. Mit einem neuen Gesetz, das jetzt in Kraft getreten ist, drohen verurteilten Online-Betrügern neben Haft- und Geldstrafen künftig auch körperliche Züchtigungen: bis zu 24 Stockschläge.

Die sogenannte Prügelstrafe ist dabei nicht optional, sondern verpflichtend. Wer wegen Online- oder Telefonbetrugs verurteilt wird, muss mit mindestens sechs und maximal 24 Stockschlägen rechnen. Die Maßnahme kommt zusätzlich zu möglichen Gefängnisstrafen und hohen Geldbußen hinzu. Auch Helfer und Komplizen, etwa Personen, die Konten, SIM-Karten oder technische Infrastruktur zur Verfügung stellen, geraten ins Visier: Ihnen drohen bis zu zwölf Stockschläge.

Hintergrund der drastischen Verschärfung ist das enorme Ausmaß der Betrugsfälle. Online-Scams verursachten in Singapur innerhalb weniger Jahre Schäden in Milliardenhöhe. Zehntausende Betroffene verloren Ersparnisse durch gefälschte Investmentangebote, Liebesbetrug oder betrügerische Anrufe. Die Regierung spricht von einem hochorganisierten, kalkulierten kriminellen Geschäftsmodell, das gezielt Vertrauen ausnutzt und Existenzen zerstört.

Singapur verfolgt seit Jahren eine Null-Toleranz-Strategie gegenüber schweren Straftaten. Die Prügelstrafe ist dort bereits für Delikte wie schwere Körperverletzung, Vergewaltigung oder Vandalismus vorgesehen. Nun wird sie erstmals in großem Umfang auch auf digitale Kriminalität angewendet – ein deutliches Signal, dass der Stadtstaat Online-Betrug nicht als Kavaliersdelikt betrachtet, sondern als schwere Bedrohung für Wirtschaft und Gesellschaft.

Parallel setzt die Regierung weiterhin auf Prävention. Bürgerinnen und Bürger werden mit technischen Hilfsmitteln unterstützt, um verdächtige Anrufe, Nachrichten oder Internetseiten frühzeitig zu erkennen. Dennoch macht die neue Gesetzeslage klar: Wer in Singapur als Betrüger agiert – oder Betrug bewusst unterstützt –, muss künftig nicht nur mit Freiheitsentzug rechnen, sondern auch mit empfindlichen körperlichen Strafen.

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