Der vorliegende Jahresbericht des Fonds Active Mining für das Rumpfgeschäftsjahr vom 2. September 2024 bis 31. August 2025 zeigt ein insgesamt ambivalentes, aber für risikobereite Anleger interessantes Bild. Der Fonds verfolgt eine klar aktive, benchmark-unabhängige Strategie im globalen Mining-Sektor mit dem Ziel, gegenüber klassischen Rohstoffaktien eine signifikante Mehrrendite zu erzielen.
1. Performance und Wertentwicklung
Die Anteilklasse Active Mining I erzielte im Berichtszeitraum eine sehr starke Performance von +34,20 %, was deutlich für die Wirksamkeit der aktiven Titelselektion spricht. Diese Rendite ist vor allem auf hohe nicht realisierte Kursgewinne (+2,06 Mio. EUR) sowie ein positives Veräußerungsergebnis zurückzuführen.
Demgegenüber steht die Anteilklasse Active Mining R, die bis zu ihrer Auflösung im März 2025 einen Verlust von −2,49 % auswies. Dieser Unterschied erklärt sich u.a. durch die kurze Laufzeit, höhere Kostenquote und geringere Skaleneffekte dieser Tranche.
Aus Anlegersicht ist damit klar: Die institutionell ausgerichtete Anteilklasse I ist die wirtschaftlich relevante Referenz, während die R-Tranche eher als Übergangs- bzw. Auslaufprodukt zu bewerten ist.
2. Risiko- und Volatilitätsprofil
Mit einer durchschnittlichen Volatilität von 19,51 % (Anteilklasse I) bewegt sich der Fonds im typischen Risikobereich spezialisierter Rohstoff-Aktienfonds. Der hohe Portfolioumschlag (ca. 167 %, im Backtesting sogar ~400 %) und der bewusste hohe Tracking Error verdeutlichen den klar spekulativen und taktischen Charakter der Strategie.
Positiv hervorzuheben ist, dass Derivate überwiegend zur Absicherung eingesetzt werden und der Leverage mit durchschnittlich 0,87 moderat blieb.
3. Portfoliozusammensetzung und Klumpenrisiken
Das Fondsvermögen ist zu über 91 % in Aktien investiert, mit einem deutlichen Schwerpunkt auf asiatische (v.a. chinesische), australische und südafrikanische Minenwerte. Die Top-Positionen (China Nonferrous Mining, CMOC Group, Jiangxi Copper etc.) machen zusammen einen signifikanten Teil des Fondsvolumens aus.
Für Anleger bedeutet dies:
Hohe Abhängigkeit von Rohstoffpreisen, insbesondere Industriemetallen
Erhöhtes geopolitisches und währungsbezogenes Risiko, vor allem durch China-Exposure
Gleichzeitig gute Positionierung für ein positives Rohstoff-Superzyklus-Szenario
4. Kostenstruktur und Effizienz
Die Gesamtkostenquote der Anteilklasse I von 1,63 % p.a. ist für einen hochaktiven, spezialisierten Fonds vertretbar, wenngleich nicht günstig. Wichtig aus Investorensicht:
Die erzielte Mehrrendite im Berichtsjahr kompensiert die Kosten deutlich, was die aktive Managementleistung rechtfertigt. Kritischer fällt dagegen die sehr hohe Kostenquote der aufgelösten R-Tranche aus (6,83 %).
5. Nachhaltigkeit und regulatorische Einordnung
Der Fonds ist als Artikel-6-Produkt klassifiziert und verfolgt keine explizite nachhaltige Anlagestrategie. ESG-Risiken werden zwar überwacht, stellen jedoch keine harte Investitionsbeschränkung dar. Für nachhaltig orientierte Anleger ist der Fonds daher nur eingeschränkt geeignet, für rendite- und themenorientierte Investoren hingegen konsistent positioniert.
Gesamtfazit aus Anlegersicht
Der Active Mining Fonds bietet eine überdurchschnittliche Renditechance durch konsequent aktives Management im volatilen Mining-Sektor. Die starke Performance der Anteilklasse I zeigt, dass die Strategie in günstigen Marktphasen sehr gut funktionieren kann.
Dem stehen hohe Schwankungen, sektorale Klumpenrisiken und geopolitische Unsicherheiten gegenüber. Der Fonds eignet sich daher nicht als Basisinvestment, sondern als satellitärer Portfolio-Baustein für erfahrene, risikobereite Anleger, die gezielt auf Rohstoffe und Minenaktien setzen möchten.