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„Cyberangriffe, Drohnen, Ausfälle: Warum Deutschlands kritische Infrastruktur weiter verwundbar bleibt“
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„Cyberangriffe, Drohnen, Ausfälle: Warum Deutschlands kritische Infrastruktur weiter verwundbar bleibt“

geralt (CC0), Pixabay

Auch im Jahr 2025 hat sich gezeigt, wie anfällig Deutschlands kritische Infrastruktur weiterhin ist. Krankenhäuser, Verkehrsunternehmen und Flughäfen waren erneut Ziel von Angriffen – sowohl aus dem digitalen Raum als auch durch physische Bedrohungen wie Drohnen. Fachleute warnen: Ohne höhere IT-Standards, bessere Ausstattung und strengere gesetzliche Vorgaben bleibt die Versorgungssicherheit gefährdet.

Besonders Krankenhäuser gelten als hochsensible Ziele. Sie verarbeiten täglich riesige Mengen vertraulicher Daten – von Diagnosen über Medikationspläne bis hin zu OP-Berichten und Röntgenbildern. Gleichzeitig sind sie auf eine dauerhaft funktionierende IT angewiesen. Andreas Scholtz, ehemaliger Datenschutzbeauftragter an der Universitätsklinikum Leipzig, beschreibt die Lage als hochriskant. Die Krankenhauslandschaft sei organisatorisch komplex, ihre IT-Strukturen oft historisch gewachsen und entsprechend schwer abzusichern.

„Wenn Systeme ausfallen oder gehackt werden, kann das nicht nur den Betrieb massiv stören, sondern im schlimmsten Fall Menschenleben gefährden“, warnt Scholtz. Krankenhäuser seien hoch digitalisiert, lebenswichtig und technisch anspruchsvoll – genau diese Kombination mache sie besonders attraktiv für Cyberkriminelle. Hinzu kommt: Die Systeme müssen rund um die Uhr laufen. Regelmäßige Wartungen oder Sicherheitsupdates lassen sich nur schwer umsetzen, zudem fehlt es vielerorts an qualifiziertem IT-Personal.

Die Risiken enden jedoch nicht bei Kliniken. Auch ausgelagerte Dienstleistungen erhöhen die Verwundbarkeit. Cloud-Speicher, externe IT-Dienstleister oder Fernwartungszugänge erweitern die Angriffsflächen erheblich. Wird ein kleiner Dienstleister kompromittiert, kann dies schnell Auswirkungen auf große Einrichtungen haben.

Auf strukturelle Probleme weist auch Ferdinand Gehringer, Cybersicherheitsreferent bei der Konrad-Adenauer-Stiftung, hin. Gerade im Bereich kritischer Infrastruktur gebe es viele kleinere Betreiber. „Die Bereiche sind weitgehend privatisiert und stark auf Effizienz getrimmt“, sagt Gehringer. Wer noch keine IT-Sicherheitsvorfälle erlebt habe, investiere oft nur zögerlich in Prävention – nach dem Motto: Bisher ist ja alles gut gegangen.

Neben Cyberangriffen rücken auch physische Bedrohungen stärker in den Fokus. Flughäfen wurden zuletzt mehrfach durch Drohnen lahmgelegt, mit erheblichen Folgen für den Luftverkehr. Ganze Start- und Landebahnen mussten gesperrt werden. Als Reaktion darauf ist der Aufbau eines neuen Abwehrzentrums geplant, das Drohnen frühzeitig erkennen und abwehren soll. Fachleute sehen darin einen wichtigen Schritt, warnen jedoch, dass Technik allein nicht ausreiche.

Insgesamt sind sich Expertinnen und Experten einig: Die Bedrohungslage für kritische Infrastruktur nimmt zu – technologisch, organisatorisch und geopolitisch. Notwendig seien verbindlich höhere IT-Sicherheitsstandards, regelmäßige Prüfungen, besser ausgestattete Betreiber und schärfere gesetzliche Vorgaben. Ohne diese Maßnahmen drohen nicht nur wirtschaftliche Schäden, sondern auch Risiken für die öffentliche Sicherheit und die Versorgung der Bevölkerung.

Der Befund für 2025 fällt damit ernüchternd aus: Trotz wachsender Sensibilität bleibt Deutschlands kritische Infrastruktur vielerorts unzureichend geschützt – und damit ein attraktives Ziel für Angreifer.

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