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Ende der Tamponsteuer: Warum Periodenprodukte ab 2026 günstiger werden – und warum das allein nicht reicht

SouthernSun (CC0), Pixabay

Ab 2026 fällt in Österreich die Umsatzsteuer auf Periodenprodukte vollständig weg. Tampons, Binden, Slipeinlagen, Menstruationstassen und ähnliche Artikel dürften dadurch spürbar billiger werden. Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen, dass solche Steuersenkungen in der Regel direkt an die Konsumentinnen weitergegeben werden. Eine Studie der Wirtschaftsuniversität Wien kommt zu dem Ergebnis, dass dies bereits bei früheren Maßnahmen der Fall war.

Bereits 2021 hatte die damalige türkis-grüne Bundesregierung die sogenannte „Tamponsteuer“ von 20 auf zehn Prozent gesenkt. Ein Jahr später zeigte sich laut der Ende 2023 veröffentlichten Studie eine durchschnittliche Preisreduktion von rund zehn Prozent bei Periodenprodukten. Die Senkung wurde also nahezu vollständig an die Kundinnen weitergereicht – ein Effekt, der auch vom vollständigen Wegfall der Umsatzsteuer erwartet wird.

Allerdings relativiert die anhaltend hohe Inflation den finanziellen Vorteil beim einzelnen Einkauf. Zwar werden Tampons und Binden günstiger, doch die Entlastung dürfte im Alltag vieler Betroffener nur begrenzt spürbar sein. Gleichzeitig betrifft die Maßnahme jedoch einen großen Teil der Bevölkerung: Frauen sind im Laufe ihres Lebens durchschnittlich rund 450-mal auf Periodenprodukte angewiesen. Über viele Jahre hinweg kann sich die Steuerbefreiung daher dennoch deutlich summieren.

Trotzdem warnen die Studienautorinnen und -autoren davor, die Steuerbefreiung als Allheilmittel gegen Periodenarmut zu betrachten. Periodenarmut bezeichnet den mangelnden oder unsicheren Zugang zu notwendigen Hygieneprodukten, vor allem bei einkommensschwachen Personen. Laut Klara Kinnl und Ulrich Wohak, den Autor:innen der Studie, blieb der Absatz von Periodenprodukten trotz der Steuersenkung insgesamt nahezu unverändert. Das deutet darauf hin, dass finanzielle Hürden allein nicht das einzige Problem sind.

Die Forschenden fordern daher gezieltere und sozialpolitisch wirksamere Maßnahmen. Dazu zählen mehr Aufklärungsarbeit, der Abbau von Tabus rund um Menstruation sowie die kostenlose Bereitstellung von Periodenprodukten – etwa in Schulen, Bildungseinrichtungen oder sozialen Einrichtungen. Nur so lasse sich der Zugang nachhaltig verbessern.

Von der ab 1. Jänner geltenden Umsatzsteuerbefreiung in Österreich profitieren übrigens nicht nur Damenhygieneprodukte. Auch Verhütungsmittel wie Kondome, Antibabypillen und Hormonspiralen sind künftig steuerfrei. Besonders deutlich dürfte sich dies bei Kondomen auswirken, da sie bislang mit dem regulären Umsatzsteuersatz von 20 Prozent belegt waren.

Unterm Strich ist das Aus der Tamponsteuer ein wichtiger Schritt in Richtung Gleichstellung und finanzielle Entlastung. Um Periodenarmut jedoch wirksam und dauerhaft zu bekämpfen, braucht es mehr als günstigere Preise – nämlich konkrete, zielgerichtete Unterstützung im Alltag.

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