Der Weihnachtsmann hatte auch in diesem Jahr wieder alle Hände voll zu tun – zumindest postalisch. In den niedersächsischen Weihnachtspostämtern in Himmelsthür, Himmelpforten und Nikolausdorf sind in der Vorweihnachtszeit mehr als 75.000 Briefe von Kindern eingegangen. Jeder einzelne wurde gelesen und beantwortet – eine logistische wie auch emotionale Mammutaufgabe.
Die Briefe stammen aus allen Teilen Deutschlands, viele sogar aus dem Ausland. Kinder schreiben dem Weihnachtsmann, dem Christkind oder dem Nikolaus von ihren größten Wünschen, ihrem Alltag, von Schule, Geschwistern oder Haustieren. Manche Briefe sind liebevoll verziert, andere enthalten Zeichnungen, Wunschlisten oder ganz persönliche Sorgen und Hoffnungen.
In den Weihnachtspostämtern kümmern sich zahlreiche ehrenamtliche Helferinnen und Helfer darum, dass kein Brief unbeantwortet bleibt. Mit viel Geduld, Fantasie und Einfühlungsvermögen verfassen sie Antworten, die kindgerecht, tröstend und ermutigend sind. Oft geht es dabei nicht nur um Geschenke, sondern auch um Mut, Freundschaft, Gesundheit oder ein gutes neues Jahr.
Besonders für viele Kinder ist die Antwort aus einem der Weihnachtspostämter ein echtes Highlight der Adventszeit. Ein Brief mit offiziellem Weihnachtsstempel, geschrieben „vom Weihnachtsmann persönlich“, ist für viele ein greifbarer Beweis, dass ihre Wünsche gehört wurden. Für Eltern wiederum ist es oft ein berührender Moment zu sehen, mit welcher Ernsthaftigkeit und Hoffnung ihre Kinder schreiben.
Die hohe Zahl der Briefe zeigt, dass diese Tradition auch im digitalen Zeitalter nichts von ihrer Bedeutung verloren hat. Während Nachrichten sonst per Smartphone verschickt werden, greifen Kinder in der Vorweihnachtszeit bewusst zu Papier und Stift. Der Brief wird so zu einem kleinen Ritual, das Fantasie, Geduld und Vorfreude verbindet.
Die Weihnachtspostämter in Niedersachsen stehen damit sinnbildlich für einen Teil des Weihnachtsfestes, der jenseits von Konsum und Hektik liegt. Sie bewahren den Glauben an den Zauber der Weihnacht – und daran, dass ein handgeschriebener Brief manchmal mehr bewirken kann als jedes Geschenk.