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Pillen per Klick: Wie KI-Videos mit falschen Promis ältere Menschen täuschen

422737 (CC0), Pixabay

Es ist ein immer wiederkehrendes Muster – nun jedoch in technisch perfekterer Form: Mit Hilfe künstlicher Intelligenz erzeugte Videos zeigen angebliche Prominente und Fachleute, die vor dramatischen Gesundheitsgefahren warnen und gleichzeitig vermeintliche Wundermittel anpreisen. Eine Recherche von ORF „defacto“ zeigt, wie gezielt diese betrügerische Werbung auf Facebook eingesetzt wird, um vor allem ältere Menschen zum Kauf nutzloser Nahrungsergänzungsmittel zu bewegen.

Besonders perfide ist ein Video, in dem scheinbar der deutsche Virologe Christian Drosten in einem Interview mit ORF-Moderator Armin Wolf spricht. Das Video wirkt täuschend echt – ist jedoch vollständig gefälscht. Während Drosten im Original sachlich über die Corona-Pandemie spricht, wird ihm in der manipulierten Version eine angeblich „dramatische Entdeckung“ in den Mund gelegt: Die Covid-Impfstoffe würden zu „medizinischen Katastrophen“ führen, die bewusst verschwiegen würden und insbesondere ältere Menschen beträfen.

Gleichzeitig präsentiert der KI-Drosten ein angebliches Präparat, das „Leben retten“ könne. Mit emotionalen Appellen wie „Es geht um euer Leben“ oder „Das könnte der wichtigste Klick eures Lebens sein“ sollen Nutzerinnen und Nutzer zum sofortigen Kauf bewegt werden. Die beworbenen Produkte führen auf dubiose Webseiten, hinter denen Anbieter stehen, die mit teuren, wirkungslosen Nahrungsergänzungsmitteln hohe Gewinne erzielen.

Internationales Netzwerk, viele Sprachen

Die Recherche zeigt: Drosten und Wolf sind längst nicht die einzigen Betroffenen. Gefälschte Videos mit bekannten internationalen Nachrichtensprecherinnen und -sprechern kursieren in zahlreichen Sprachversionen – darunter Englisch, Französisch, Italienisch, Tschechisch und Kroatisch. Verbreitet werden sie über ein Netzwerk miteinander verbundener Bot-Accounts. Teilweise enthalten die Videos noch technische Fehler, etwa fremdsprachige Textfragmente, die auf hastige KI-Bearbeitung hinweisen.

„Qualität der Betrugsmasche deutlich gestiegen“

„Mit KI-Technologie wird hier noch einmal die Qualität dieser Betrugsmasche gesteigert“, erklärt Jörg Scheiblhofer, Cybersicherheitsexperte des ORF. Die Videos wirkten glaubwürdig, emotional und professionell produziert – eine gefährliche Kombination, insbesondere für Menschen, die sozialen Medien vertrauen und medizinische Zusammenhänge schwer überprüfen können.

Der Fall zeigt eindrücklich, wie künstliche Intelligenz gezielt missbraucht wird, um Vertrauen zu erschleichen, Angst zu schüren und Profit zu machen. Verbraucherschützer warnen daher eindringlich: Medizinische Heilsversprechen in sozialen Netzwerken, vor allem wenn sie mit prominenten Gesichtern beworben werden, sollten grundsätzlich kritisch hinterfragt werden.

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