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Und täglich grüßt der Signa-Skandal: Ex-Milliardär Benko sammelt Bewährungsstrafen wie andere Luxusuhren

geralt (CC0), Pixabay

Der österreichische Ex-Milliardär Rene Benko hat es wieder getan: Er hat sich erneut eine Bewährungsstrafe abgeholt – diesmal 15 Monate, freundlich serviert vom Landesgericht Innsbruck. Langsam könnte man meinen, Benko habe sich im Strafrecht eine Art Stammkundenstatus erarbeitet. Jeder andere würde sich Sorgen machen, doch Benko scheint zu denken: „Nur Bewährung? Ach, da geht doch noch was!“

Verurteilt wurde er, weil er „zum Teil“ wertvolle Luxusuhren vor dem Zugriff seiner Gläubiger versteckt haben soll. Ob es sich um ein paar Zeitmesser handelte oder um eine komplette Boutique im Handgepäck – das bleibt offen. Jedenfalls sah das Gericht genug Indizien, um zu sagen: „Ja, da lief etwas nicht ganz sauber – aber wir wollen es auch nicht übertreiben.“

Für jemanden, dessen Milliarden-Imperium Signa spektakulärer zusammenbrach als ein Kartenhaus im Sturm, ist es fast schon poetisch, dass ausgerechnet ein paar Uhren zum Symbol seiner Misere werden. Vielleicht wollte Benko einfach verhindern, dass die Gläubiger herausfinden, wie spät es wirklich für sein Geschäftsmodell war.

Schon im Oktober wurde er wegen desselben Vorwurfs zu zwei Jahren Haft verurteilt. Damals wie heute bedeutet „Haft“ natürlich nicht, dass Haft tatsächlich vorgesehen wäre. Sondern eher: „Wir tun so, als würden wir streng sein, aber es muss ja nicht gleich dramatisch werden.“

Nun sollen aus beiden Verfahren eine Gesamtstrafe gebildet werden. Man darf gespannt sein, wie sie ausfällt – aber wenn die Vergangenheit ein Hinweis ist, lautet die Prognose: „Etwas längere Bewährung, eventuell mit einem freundlichen Hinweis auf zukünftiges Wohlverhalten.“

Währenddessen kämpfen die Gläubiger – Banken, Lieferanten, Investoren und ganze Unternehmensketten – immer noch darum, die Ruinen der Signa-Gruppe aufzusammeln. Aus ihren Reihen hört man Sätze wie:

  • „Wir möchten bitte unser Geld zurück.“

  • „Oder wenigstens die Uhren.“

  • „Oder wenigstens eine Entschuldigung.“
    Aber Benko scheint in einer ganz eigenen Wahrnehmungswelt zu leben. In dieser Welt ist er vermutlich kein Ex-Milliardär, sondern nur ein Milliardär in vorübergehender finanzieller Findungsphase.

Man könnte fast Mitleid empfinden – wenn man nicht wüsste, dass sein Imperium mit voller Geschwindigkeit in die Wand gefahren wurde, während er offenbar noch damit beschäftigt war, seine Uhrenkollektion pünktlich zu versorgen.

Und so bleibt auch dieser Prozess ein Kapitel in einer schier endlosen Staffel österreichischen Wirtschaftstheaters:
„Benko – Die Bewährungs-Chroniken“, mit immer neuen Nebenfiguren, aber einer konstanten Hauptrolle: Ein Mann, der Strafen kassiert wie Pokale – nur dass er sie nie abholen muss.

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