Die öffentliche Debatte über das Rentenpaket spitzt sich zu – häufig im Stil eines Generationenkonflikts. Doch Soziologin Martina Brandt warnt davor, Jung gegen Alt auszuspielen. Der demografische Wandel sei keine Katastrophe, sondern eine Errungenschaft. Problematisch sei jedoch, dass das Rentensystem bisher kaum an die veränderten Altersstrukturen angepasst wurde. Die Umkehr der Bevölkerungspyramide ist seit Jahrzehnten bekannt – Reformen blieben trotzdem aus.
Brandt fordert mehr generationenübergreifende Solidarität und neue Modelle wie flexible Lebensarbeitszeitkonten. Altersgrenzen sollten neu gedacht, Erwerbsbiografien realistischer gestaltet werden. Pauschale Vorwürfe gegen junge Menschen hält sie für unangebracht: Viele seien engagiert und suchten nach sinnvollen Lebensmodellen. Die Soziologin mahnt: Wer den gesellschaftlichen Wandel bewältigen will, muss ihn gemeinsam gestalten – statt sich in „irrsinnigen Debatten“ über Jung und Alt zu verlieren.