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Billigfleisch trotz Versprechen: Greenpeace deckt massive Lücke in Supermarkt-Tierwohlplänen auf

Karamo (CC0), Pixabay

Die deutschen Supermarktketten stehen erneut in der Kritik: Trotz vollmundiger Ankündigungen, bis 2030 aus den schlechtesten Haltungsformen auszusteigen, bestehen ihre Fleischsortimente weiterhin überwiegend aus Billigfleisch. Das zeigt die neue jährliche Marktanalyse von Greenpeace – und die Ergebnisse fallen ernüchternd aus.

80 Prozent Billigfleisch, über 90 Prozent Billigwurst – ein System, das sich kaum bewegt

Greenpeace befragte erneut die großen Lebensmittelketten Aldi, Edeka, Kaufland, Lidl, Netto, Penny und Rewe. Ihr Anteil an Fleisch aus den niedrigsten Haltungsformen 1 und 2 ist zwar leicht zurückgegangen – aber nur minimal. Noch immer stammen:

  • 80 Prozent des Fleischsortiments

  • über 90 Prozent des Wurstsortiments

aus Tierhaltungen, die nur das gesetzliche Mindestmaß oder knapp darüber erfüllen.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet das: Nachhaltige, tiergerechter produzierte Produkte bleiben im Regal klar in der Minderheit – und häufig teurer.

Zwischen Anspruch und Realität: Die Versprechen für 2030 drohen zu scheitern

Alle großen Ketten haben öffentlich zugesagt, bis spätestens 2030 komplett aus Haltungsform 1 und 2 auszusteigen. Greenpeace macht jedoch deutlich: In diesem Tempo ist das kaum zu schaffen.

Die Organisation fordert eindringlich, dass Händler:

  • das Sortiment schneller umstellen,

  • Lieferketten und Einkaufspolitik transparenter machen,

  • und mehr Produkte aus höheren Haltungsformen aktiv fördern.

Zwar gestehen die Unternehmen Fortschritte ein – etwa bei der Kennzeichnung oder im Frischefleisch-Segment –, doch die Zahlen zeigen: Wirklich strukturelle Veränderungen im Markt fehlen.

Warum der Wandel so langsam ist

Die Gründe liegen laut Branchenkennern in einem komplexen Zusammenspiel aus Preis, Nachfrage und Lieferketten:

  • Preisorientierte Kundschaft greift weiterhin häufig zu günstigeren Produkten.

  • Bessere Tierhaltung ist teurer – viele Landwirte wären bereit umzubauen, doch ihnen fehlt Planungssicherheit.

  • Der Einzelhandel selbst profitiert trotz aller Nachhaltigkeitsversprechen von niedrigen Beschaffungspreisen.

Greenpeace kritisiert: Wer Ziele formuliert, muss auch glaubwürdig liefern – sonst bleiben Versprechen reines Marketing.

Druck auf Supermärkte steigt

Die Analyse sorgt seit Jahren für Diskussionen, doch die Dimension des Problems bleibt groß: Höhere Tierwohlstandards lassen sich nur erreichen, wenn Handel, Politik und Verbraucher an einem Strang ziehen.

Für Greenpeace steht fest:
Ohne ein deutliches Umdenken der Supermärkte wird Deutschland seine Tierwohlziele für 2030 nicht erreichen.

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