Die deutschen Supermarktketten stehen erneut in der Kritik: Trotz vollmundiger Ankündigungen, bis 2030 aus den schlechtesten Haltungsformen auszusteigen, bestehen ihre Fleischsortimente weiterhin überwiegend aus Billigfleisch. Das zeigt die neue jährliche Marktanalyse von Greenpeace – und die Ergebnisse fallen ernüchternd aus.
80 Prozent Billigfleisch, über 90 Prozent Billigwurst – ein System, das sich kaum bewegt
Greenpeace befragte erneut die großen Lebensmittelketten Aldi, Edeka, Kaufland, Lidl, Netto, Penny und Rewe. Ihr Anteil an Fleisch aus den niedrigsten Haltungsformen 1 und 2 ist zwar leicht zurückgegangen – aber nur minimal. Noch immer stammen:
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80 Prozent des Fleischsortiments
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über 90 Prozent des Wurstsortiments
aus Tierhaltungen, die nur das gesetzliche Mindestmaß oder knapp darüber erfüllen.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet das: Nachhaltige, tiergerechter produzierte Produkte bleiben im Regal klar in der Minderheit – und häufig teurer.
Zwischen Anspruch und Realität: Die Versprechen für 2030 drohen zu scheitern
Alle großen Ketten haben öffentlich zugesagt, bis spätestens 2030 komplett aus Haltungsform 1 und 2 auszusteigen. Greenpeace macht jedoch deutlich: In diesem Tempo ist das kaum zu schaffen.
Die Organisation fordert eindringlich, dass Händler:
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das Sortiment schneller umstellen,
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Lieferketten und Einkaufspolitik transparenter machen,
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und mehr Produkte aus höheren Haltungsformen aktiv fördern.
Zwar gestehen die Unternehmen Fortschritte ein – etwa bei der Kennzeichnung oder im Frischefleisch-Segment –, doch die Zahlen zeigen: Wirklich strukturelle Veränderungen im Markt fehlen.
Warum der Wandel so langsam ist
Die Gründe liegen laut Branchenkennern in einem komplexen Zusammenspiel aus Preis, Nachfrage und Lieferketten:
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Preisorientierte Kundschaft greift weiterhin häufig zu günstigeren Produkten.
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Bessere Tierhaltung ist teurer – viele Landwirte wären bereit umzubauen, doch ihnen fehlt Planungssicherheit.
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Der Einzelhandel selbst profitiert trotz aller Nachhaltigkeitsversprechen von niedrigen Beschaffungspreisen.
Greenpeace kritisiert: Wer Ziele formuliert, muss auch glaubwürdig liefern – sonst bleiben Versprechen reines Marketing.
Druck auf Supermärkte steigt
Die Analyse sorgt seit Jahren für Diskussionen, doch die Dimension des Problems bleibt groß: Höhere Tierwohlstandards lassen sich nur erreichen, wenn Handel, Politik und Verbraucher an einem Strang ziehen.
Für Greenpeace steht fest:
Ohne ein deutliches Umdenken der Supermärkte wird Deutschland seine Tierwohlziele für 2030 nicht erreichen.