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„WHO bremst Hype um Abnehmspritzen: Medikamente sind kein Freifahrtschein gegen die globale Fettleibigkeit“

zuzyusa (CC0), Pixabay

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat erstmals eine umfassende Empfehlung zum Einsatz sogenannter „Abnehmspritzen“ ausgesprochen – und gleichzeitig eindringlich davor gewarnt, die neuen Medikamente als Wundermittel zu betrachten. Bei der Vorstellung der neuen Richtlinie in Genf betonte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus: „Um es klarzustellen: Medikamente allein werden die Adipositas-Krise nicht lösen.“

Was die WHO empfiehlt – und was nicht

Die Richtlinie umfasst drei Wirkstoffe, die bereits international breite Aufmerksamkeit erlangt haben:

  • Liraglutid (u. a. bekannt als Saxenda)

  • Semaglutid (z. B. Wegovy)

  • Tirzepatid (u. a. Mounjaro)

Sie können laut WHO zur Behandlung von Adipositas bei Erwachsenen eingesetzt werden – allerdings ausschließlich bei Menschen mit der Diagnose Fettleibigkeit. Auch klare Grenzen nennt die WHO: Bei Schwangeren sollten die Medikamente nicht verwendet werden, und bei Personen unterhalb eines Body-Mass-Index (BMI) von 30 seien sie nicht geeignet.

Lifestyle statt Wundermittel

Trotz der medizinischen Möglichkeiten mahnt die WHO: Medikamente sind nur ein Baustein unter vielen. Eine wirksame Therapie müsse immer auch Ernährungsumstellung, Bewegung und langfristige Verhaltensänderungen beinhalten. Wer glaubt, eine Spritze ersetze eine gesunde Lebensweise, liege gefährlich falsch.

Eine globale Gesundheitskrise

Die Zahlen sind alarmierend: Weltweit leben inzwischen über eine Milliarde Menschen mit Adipositas – Tendenz weiter steigend. Die WHO stuft Fettleibigkeit längst als chronische Erkrankung ein, die das Risiko für Diabetes, Herz-Kreislauf-Leiden und Krebs deutlich erhöht. Der medizinische und gesellschaftliche Druck, wirksame Lösungen zu finden, wächst.

Fazit: Hoffnung ja – Illusionen nein

Die WHO erkennt die Bedeutung der neuen Medikamente an, setzt aber zugleich ein klares Signal: Abnehmspritzen können helfen, aber nicht heilen. Wirkliche Fortschritte im Kampf gegen die weltweite Übergewichts-Epidemie erfordern weit mehr als nur pharmakologische Unterstützung – nämlich einen tiefgreifenden Wandel im Lebensstil, im Gesundheitssystem und in gesellschaftlichen Strukturen.

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