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Dax-Konzerne setzen verstärkt auf Personalabbau – teils mit extrem hohen Abfindungen

geralt (CC0), Pixabay

Deutsche Spitzenunternehmen trennen sich derzeit in großem Umfang von Beschäftigten – und lassen sich das viel Geld kosten. Nach Recherchen eines Wirtschaftsportals haben börsennotierte Konzerne allein in den ersten drei Quartalen des Jahres rund sechs Milliarden Euro für Restrukturierungen aufgewendet. Der Großteil dieser Summe fließt in Vorruhestandsregelungen, Altersteilzeit und Abfindungen.

Die Angebote sind oft großzügig ausgestattet: Je nach Unternehmen, Alter und Betriebszugehörigkeit können die Zahlungen in den sechsstelligen Bereich gehen. In einigen Fällen sind sogar mehr als 50 Monatsgehälter möglich.

Hohe Abfindungen bei Autobauern

In der Automobilbranche gehören solche Programme derzeit zu den wichtigsten Mitteln, um Personalkosten zu reduzieren. Ein großer deutscher Hersteller bietet etwa Führungskräften, die das Unternehmen freiwillig verlassen, Abfindungen, die je nach Position und Erfahrung auf bis zu 400.000 Euro steigen können. Auch Beschäftigte in niedrigeren Entgeltgruppen erhalten nach vielen Dienstjahren teils über 100.000 Euro.

Ein weiterer bekannter Konzern will durch Personalabbau Einsparungen im Milliardenbereich erzielen. Zehntausende Beschäftigte haben dort die Möglichkeit, freiwillige Angebote anzunehmen. Viele haben diese Option bereits genutzt – insbesondere, weil frühe Zusagen durch hohe Zusatzprämien belohnt wurden.

„Sprinterprämien“ und Frührente bei Chemiekonzernen

Auch ein großes Chemie- und Pharmaunternehmen setzt auf schnelle Entscheidungen. Wer früh zustimmt, erhält zusätzliche Boni. Langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen dort auf Abfindungen von mehr als 50 Monatsgehältern. In Einzelfällen bedeutet das Zahlungen von über 400.000 Euro. Älteren Angestellten wird zudem ermöglicht, ihre Abfindung über mehrere Jahre als monatliche Rate zu beziehen – eine Art Übergang in die Frührente.

Gründe für den Trend

Hinter den Programmen steht vor allem die schwache Konjunktur. Viele Unternehmen kämpfen mit Absatzproblemen, hoher Kostenbelastung und strukturellem Anpassungsdruck – etwa aufgrund der Digitalisierung oder Transformation der Industrie. Wirtschaftsforscher berichten, dass sich der Stellenabbau über nahezu alle Branchen erstreckt. Besonders betroffen sind unter anderem Industrie, Handel und Gastgewerbe. Nur im Bereich der Rechts- und Steuerberatung zeichnet sich ein positiver Trend ab.

Seit Anfang 2024 summieren sich die Restrukturierungskosten der großen börsennotierten Unternehmen auf mehr als 16 Milliarden Euro. Für viele Konzerne scheint der Personalabbau trotz hoher Einmalzahlungen langfristig günstiger zu sein als das Weiterbeschäftigen älterer und besser bezahlter Beschäftigter.

Mit weiteren Sparrunden und zusätzlichen Abfindungsprogrammen ist Branchenbeobachtern zufolge zu rechnen – vor allem solange die wirtschaftliche Lage angespannt bleibt.

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