Reisende in und um Köln müssen sich auf anhaltende Einschränkungen einstellen: Die Deutsche Bahn wird den Kölner Hauptbahnhof ab Freitagabend, 21 Uhr, für zehn Tage fast vollständig sperren – und das gleich zweimal. Denn wegen schwerwiegender Softwareprobleme kann die geplante Modernisierung des Stellwerks nicht wie vorgesehen abgeschlossen werden.
Eigentlich sollte während der Sperrung ein neues elektronisches Stellwerk an die Strecken rund um Köln angeschlossen werden, um künftig den Bahnverkehr digital zu steuern. Doch kurz vor Beginn der Bauarbeiten entdeckten Sachverständige Fehler in der Software, die einen sicheren Betrieb unmöglich machen. „Die Tests konnten nicht wie geplant durchgeführt werden, deshalb müssen wir den Start verschieben“, teilte ein Bahnsprecher mit.
Damit bleibt das alte Stellwerk vorerst weiter in Betrieb – und die aufwändige Umstellung muss 2026 wiederholt werden. Ein neuer Termin steht noch nicht fest. Möglich sei ein Zeitraum im Frühjahr, doch das müsse mit der geplanten Generalsanierung der Strecke Köln–Wuppertal–Hagen abgestimmt werden.
Trotz der Verzögerung hält die Bahn an der Sperrung fest. Die Zeit werde genutzt, um andere „wichtige Arbeiten“ durchzuführen – etwa an Weichen, Oberleitungen und Bahnsteiganlagen. Bis zum 24. November werden jedoch keine Fern- und Regionalzüge den Kölner Hauptbahnhof anfahren.
Viele Züge des Fernverkehrs werden über Köln Messe/Deutz oder Ehrenfeld umgeleitet. Reisende können von dort mit der S-Bahn weiter zum Hauptbahnhof fahren – sie ist von der Sperrung nicht betroffen, da sie über ein anderes Stellwerk gesteuert wird.
Mit täglich 1300 Zügen und mehreren Hunderttausend Fahrgästen ist Köln einer der wichtigsten Bahnknotenpunkte im Westen Deutschlands. Die Bahn hat in den vergangenen Jahren rund 360 Millionen Euro in drei neue Stellwerke investiert, um den Betrieb langfristig pünktlicher und zuverlässiger zu machen.
Für die Reisenden bedeutet die Verzögerung jedoch zunächst das Gegenteil: weitere Umleitungen, volle Ersatzbusse und längere Fahrzeiten – und spätestens im nächsten Jahr eine zweite Zwangspause für den Bahnverkehr im Herzen der Domstadt.